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Wozu in die Ferne schweifen…10 Tipps für einen regionalen Konsum

Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Glück ist doch so nah.

Wir alle haben schon einmal den Spruch gehört: Think global – act local. Zu Deutsch: Denke global – handle lokal. Jene Aussage verdeutlicht die Identität nachhaltigen Lebens wie keine andere. Denn genau dort, wo man sich befindet, beginnt das Miteinander, beginnt Liebe und Bewusstsein.

Globalisierung war einmal das Schlagwort einer wirtschaftspolitischen Epoche des Aufschwungs auch im Zuge eines geeinigten Europa-Gedankens. Und hält bis heute an. Wenn wir zurückblicken, also bis in die Kindheit oder für manche noch weiter, dann erinnern wir uns an die guten, alten Tante-Emma-Läden. Da waren Spezialitäten aus dem Ausland noch eine Besonderheit, Obst und Gemüse kamen aus regionalem bzw. lokalem Anbau. Mit der Zeit wurden die Geschäfte größer, auch das Angebot nahm zu und neben dem Vormarsch industriell gefertigter Lebensmittel und Fertigspeisen, verschwanden ganz schleichend auch die regionalen Produkte im Obst- und Gemüseregal. Dort, wo Regionalität vielleicht wenig Sinn gemacht hätte, wie beispielsweise bei Mangos, Ananas oder Bananen mag eine Zufuhr aus Übersee für viele nachvollziehbar sein, wenn auch die Betrachtung der Notwendigkeit eine ganz andere ist! Ich weiß noch, wie ich mich freute, als ich zum ersten Mal Erdnussbutter im Lebensmittelgeschäft entdeckte und Litschis. Alles, einfach alles Erdenkliche wurde im Laufe der Jahre zugänglich. Nur eines nicht mehr! Obst und Gemüse von nebenan.

Oder gab es plötzlich kein Nebenan mehr?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war das Heimische noch gewiss. Für meine Großeltern, die Kriegsgenerationskinder, war das Anpflanzen und Gärtnern, also das Selbstversorgen im kleineren Sinne selbstverständlich. Auch als sie das Land verließen und in die Hauptstadt Deutschlands zogen, kauften sie einen kleinen Garten, um ihn zu bewirtschaften und das natürliche Umfeld zu genießen. Vor wenigen Jahren noch konnte ich im Supermarkt kaum ein regionales Produkt in der Obst- und Gemüsetheke entdecken. Kakis aus Israel, Kartoffeln aus Ägypten, Tomaten aus Holland, Gurken aus Spanien, Knoblauch aus China, Bananen aus Costa Rica, Walnüsse aus Kalifornien und natürlich chilenische Avocados. Selbst sonst übliche, einheimische Lebensmittel wurden durch transportintensive, fremdländische Produkte ersetzt. Und so wurden dem Konsumenten, dem Endverbraucher sukzessive die regionalen Bezugsquellen im Supermarkt entzogen. Denn welcher Städter schaut schon genau auf die Herkunft der Produkte. Zumal jene heute durch Weiterverarbeitungsschritte ziemlich gut verschleiert werden kann. Hat ja auch etwas Weltmännisches, wenn man Speisen von überallher bekommt, etwas Besonders, wenn man orientalische Datteln und Feigen kaufen und die so beliebten amerikanischen Süßkartoffeln in seinen Gerichten verarbeiten kann. Und das zu jeder Zeit.

Glücklicherweise geht der Trend wieder in Richtung Lokalität und Regionalität. Doch im Sinne eines noch absatzmarktreicheren Credos, dem der Nachhaltigkeit, sollte dennoch Vorsicht geboten sein, denn nicht alles, was als ‚bio‘ und ‚nachhaltig‘ angepriesen wird, ist es auch.

Die Globalisierung mit Hilfe seines Allround-Mediums Internet hat aber auch einen enormen Fundus an Wissen freigelegt. Mit der uns zur Verfügung stehenden Technologie, dem so nie dagewesenen, geteiltem Know-How und der Manpower ist es möglich regional und erst recht national einen Lebensstandard zu etablieren, der uns unabhängig, autark und umweltbewusst eine über den Maßen bestehende Grundversorgung garantiert. Was ist falsch daran, dass sich eine Nation selbst ernährt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Selbstversorgungsgrad (SVG) Österreichs lag im Jahre 2016 bei Milch, Fleisch, Getreide und Kartoffel bei mehr als 100%. Bei Milch sogar bei 166%. Äpfel und Karotten lagen bei 95%, selbst Sojabohnen hatten damals schon eine Bilanz von 72% und Gemüse im allgemeinen bei 57%.

In Deutschland lag der Selbstversorgungsgrad im Berichtsjahr 2017/18 für Nahrungsmittel bei rund 88 Prozent.

Wenn es um existenzielle Bedürfnisse geht, sind viele Nationen, so auch Österreich, durchaus imstande sich selbst zu versorgen. Es schließt keinen Handel aus, aber schauen wir in die aktuellen Import- und Exportstatistiken Österreich aus dem Jahr 2017, so sieht man, dass allein im Import für Nahrungs- und Futtermittel mehr als 7,6 Mrd. Euro umgesetzt werden und im Export mehr als 7,3 Mrd. Euro.

Es ist doch enorm, welchen Warenverkehr es gibt. Dass quasi dieselben oder artgleiche Produkte an einer Stelle exportiert und an anderer wieder importiert werden. Und dass zum Beispiel nebenbei bemerkt in geldwerter Menge mehr pharmazeutische Erzeugnisse gehandelt werden als Nahrungsmittel und Kleidung!

Neben der Schweiz ist Österreich seit Januar 2020 das einziges Land weltweit, welches „käfigfrei“ ist, was die Hühnerhaltung betrifft – Österreich produziert jährlich fast zwei Milliarden Eier, was einem SVG von 87% entspricht – und dennoch werden pro Tag eine Million Eier aus Ländern importiert, in denen die Käfighaltung erlaubt oder der Regelfall ist. 45% Eiimport aus Deutschland (7% Käfighaltung) und noch 14% des Imports aus Polen mit 87% Legehennen in Käfigen!

Bei Fleisch beispielsweise wird trotz hoher Exportzahlen, auch viel importiert. Vom Rind gebe es viel, Geflügel braucht man. „Im Jahr 2018 hat Österreich insgesamt 13 Tonnen Rindfleisch (gekühlt und gefroren) aus Drittstaaten importiert, 11 Tonnen davon kamen aus der Schweiz. Im selben Jahr wurden jedoch unglaubliche 12.431 Tonnen Rindfleisch in Drittstaaten außerhalb der EU exportiert! Davon gingen 111 Tonnen nach Hong Kong, 15 Tonnen nach Kanada und 216 Tonnen bis auf die Philippinen!“ *

Energien, Zeit und Ressourcen könnten bei einer auf Selbstversorgung und umweltbewussten Handel ausgelegten Lebensweise einer Gemeinschaft/Nation in andere Produkte und Projekt investiert werden.

Wenn viel exportiert wird, kann oder muss auch viel importiert werden. Zum Beispiel: Dosenfutter (Konserven mit Obst, Gemüse, Eingelegtes, Tomatenmark und Fertignahrung) aus China. So als würde Gutes verkauft und mindere Qualität in Massen und für die Massen eingekauft werden.

Dabei ist Selbstversorgung keine Utopie, sondern nur eine Frage der Organisation, des Willens und der Erkenntnis der Notwendigkeit!

Fakt ist, je weiter man in die Stadt geht, territorial wie mental, denn auch auf dem Lande gibt es den mentalen Städter, der die Pflaumen von seinem Obstbaum verfaulen lässt und sich lieber das abgepackte Obst im Supermarkt kauft, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man sich selbst versorgt, sich regional ernährt. Die Bewertung des Lebensstandard, der aus manch anderer Sicht als Luxus bezeichnet werden kann, hängt immer von der Notwendigkeit ab. Und dies ist genau jener Punkt, jene Weggabel, an der sich die Geister scheiden. Muss denn alles immer und überall verfügbar sein? Für manche bedeutet das Freiheit – für andere ist, etwas nicht brauchen zu müssen, die wahre Freiheit. 

Das klassisches Beispiel: Braucht man frische Erdbeeren im Winter aus Spanien oder Übersee? Wenn man jene „braucht“, dann vielleicht die eingekochten aus dem Sommer der heimischen Ernte oder aus heimischen, bio-beheizten Gewächshäusern! Es wurden schon vor Jahrhunderten Lebensmittel eingeführt, die dann in unseren Breitengraden angebaut wurden und sich bis heute großer Beliebtheit und Beständigkeit erfreuen, zum Beispiel die Kartoffel. Und aus neuerer Zeit kann die Aloevera-Pflanze genannt werden, die mittlerweile gezüchtet und vermehrt wird. Besteht also noch die Notwendigkeit Aloevera-Produkte zu importieren? Die schon erwähnte Süßkartoffeln hat ebenfalls Einzug auf die Felder einheimischer Bauern gefunden.

Neben der Notwendigkeit ist auch das Maß ein entscheidendes Kriterium für eine umweltbewusste, ökologisch gesunde und nachhaltige Lebensweise.

Und nicht weniger wichtig ist wohl die Gesundheit von Geist und Körper, die sich aus der Lebensqualität und dem Selbstwertgefühl ergeben. Denn zu einer nachhaltigen Lebensweise trägt eben ein Volksbewusstsein bei, welches gemeinsam und gerecht seine eigenen Lebensmittel produziert. Ohne blinden Auges und unwissenden Gemütes Ausbeutung, Zerstörung und Verschwendung in der Welt zu unterstützen.

Meine 10 TIPPS für eine möglichst saisonal-regionale Ernährung und um das Beste aus seiner Situation herauszuholen:

1. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der erste Weg, um sicher zu gehen, um Klarheit über seine Situation zu erlangen: Kontrollieren Sie das Etikett, die Herkunft ihres Produktes!

2. Zu Saisonzeiten bestimmter Nahrungsmittel gleich eine größer Menge einkaufen und einkochen/einwecken. Das schont die Umwelt durch das Einsparen häufiger Transportwege. Der beste Rat ist der Vorrat. Man hat also für Notzeiten etwas auf Lager, von dem man 1. den Ursprung und 2. die Qualität kennt.

TIPP: Fahrgemeinschaften und Einkochtage mit der Familie, lieben Nachbarn oder Freunden bilden.

3. Auch bei Angeboten, Rabatten eine größere Menge günstig erwerben.

4. Bauernhöfe regional nutzen (siehe 1.) Dies gilt nicht nur für Obst und Gemüse, sondern auch für Milch- und Fleischprodukte.

5. Am lokalsten ist Ihr Zuhause. Je nach Platz lassen sich Gemüsepflanzen, Kräuter oder Obst selbst „anbauen“ oder züchten. Nutzen Sie jeden Quadratmeter Ihres Balkons, Ihrer Terrasse für einen kleinen oder größeren Permakulturgarten. Lassen Sie im Innenhof eines Mietshauses Hochbeete und einen kleinen Garten entstehen.

6. Die Abokiste, Obst und Gemüse von Bauernhöfen frei Haus geliefert.

              https://www.bio-austria.at/download/bio-kistl-anbieter-in-oesterreich

7. Werden Sie Mitglied in einer solidarischen Landwirtschaft.

              https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/solawis-ausserhalb-deutschlands

8. Augen offen halten! In Ihrer Stadt/Dorf gibt es sicher freistehende Obstbäume und Wiesenstreifen (Kräuter). Die gehören jedem und dürfen geerntet werden. Mittlerweile entstehen diese vermehrt durch engagierte Menschen.  https://www.soschmecktnoe.at/essbarestaedte

9. Die App Too Good To Go soll helfen, die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie zu reduzieren. In Österreich gibt es 438 Betriebe, die sich an dem Konzept beteiligen. Das Prinzip ist einfach: Restaurants, Cafés, Imbisse, Bäckereien stellen ihre überschüssigen Speisen kurz vor Ladenschluss ein, der Kunde kann sie anschließend reservieren und abholen.

10. Im Gespräch bleiben. Viele Bauern verkaufen gerne Teile ihrer Ernte, bemühen sich aber nicht explizit darum, weil ihnen neben dem eigentlich wenig lukrativen Geschäft mit Großabnehmern die Zeit fehlt und sie zweitens meist keine Marketingexperten sind, um ihre Produkte bestmöglich zu vermarkten. Doch im täglichen Gespräch mit anderen, erfährt man, was man nur durch ein solches erfährt und nicht durch das Internet. Auch alteingesessene Hofbesitzer, Privatiers im betagten Alter, die ihren Garten nicht mehr alleine bewirtschaften können und auch die Obstbaumernte nicht mehr alleine verarbeiten und konsumieren können gibt es mehr und mehr. „Im Gespräch bleiben“ bedeutet also auch die Gemeinschaft stärken. Bilden Sie ein Netzwerk unter Gleichgesinnten und Zulieferern, ein Netzwerk für Ihre lokale, regionale Gemeinschaft. Nutzen sie Amoremundo.com um sich dahingehend auszutauschen und zu unterstützen.

Einer alleine kann nicht alles schaffen, doch zusammen kann man vieles mehr erreichen! Wenn der Mensch sich seiner Möglichkeit und seiner Mündigkeit (außerhalb des Diktats durch Person oder Sache wie z.B. Konsum/Geld) bewusst ist, trifft er die Entscheidungen, die zwangsläufig gut für ihn und seine Gemeinschaft sind, in Liebe, Demut und Dankbarkeit.

Der Erfolg zeigt sich im Miteinander, den Anfang jedoch macht immer nur der Einzelne. Bei sich selbst.

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Quellen:

https://www.essbare-stadt-minden.de/wissenswertes/links-essbare-stadtewww.statistik.athttps://de.wikipedia.org/wiki/Selbstversorgungsgrad#Österreichhttps://statcube.at/statistik.at/ext/statcube/jsf/dataCatalogueExplorer.xhtmlhttps://www.derstandard.at/story/2000065223181/schmelzkaeseberge-und-bierseen-oesterreich-ist-weitgehend-selbstversorgthttps://bauernzeitung.at/oesterreich-isst-kaefigfrei-in-der-haltung-ja-aber-nicht-im-verzehr/* https://vgt.at/presse/news/2019/news20190813mn.php, www.gruenerbericht.at

Ökologischer Fußabdruck: Unsere Verantwortung?

Was für wenige vielleicht selbstverständlich ist, ist für andere Neuland. Die Liebe zur Natur und ein umweltbewusstes, nachhaltiges Handeln verlaufen nicht zwangsläufig kongruent zueinander. Und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – für den gesamten Planeten. Doch dank der immer stärker werden Präsenz in der Mainstream-Medien erlangt das Thema der Nachhaltigkeit ein öffentliches Interesse und fördert vermehrt ein individuelles Handeln. Musste man sich für Baumwolltaschen, die wenn überhaupt nur in geringer Stückzahl vorhanden waren, bis zum untersten Regalfach unterhalb des Förderbandes an der Supermarktkasse herunterbücken, da es vor Jahren zum Beispiel noch standardmäßig Einweg-Plastiksäcke (Tüten) gratis zu jedem Einkauf Discounter dazu gab, so sind nun fast ausnahmslos Mehrwegtaschen aus recycelten Kunststoff käuflich erwerbbar. Das ist ein ganz kleiner, aber nicht unwesentlicher Beitrag zu einem sauberen Zuhause, namens Erde. Denn ein Plastiksack verrottet ja nicht, sondern zerfällt in immer kleinere Teile, und das dauerte Jahrzehnte. Was wir hinterlassen ist leider weitaus mehr als die romantischen Fußspuren im Sand.

Was ist der Ökologische Fußabdruck?

Wie viel Fläche auf der Erde braucht ein Mensch, um so zu leben, wie er lebt.
Wie viel Fläche nimmt ein Unternehmen, eine Nation, eine Schule oder Haushalt in Anspruch, um die Wirtschaftsleistung oder den Lebensstandard zu gewährleisten, den es beansprucht.
Wie geht der Mensch mit Ressourcen um?
Genau gesagt, ist der ökologische Fußabdruck (ÖF) die auf Grundlage von Erdfläche veranschaulichte Form eines menschlichen Lebensstils und dem damit verbundenen (durch sein Verhalten) freigesetzten Kohlenstoffdioxid, sprich der individuellen CO2-Emission.

Die Basis für den Ökologischen Fußabdruck bildet also die „biologisch produktive Fläche auf der Erde“, welche benötigt wird, um eben den Lebensstandard eines Menschen zu ermöglichen. Somit ist der Ökologischen Fußabdruck heute ein wichtiger und wesentlicher Indikator für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften. Hierzu gehören zum Beispiel die Produktion von Nahrung und Kleidung, Energiegewinnung, sowie die Verteilung (Transport) und Entsorgung (nur bedingt, Müll-biologisch). Aber immer in Bezug zu einer planetaren Fläche (Wald etc.)

Die Betrachtung der Nutzung nachwachsender Ressourcen und CO2 Emissionen stehen dabei im Fokus. So sind Flächen wie Wälder, die CO2 binden, aber auch Rohstoffe liefern, Weide- und Ackerland, Baugründe/Siedlungsfläche und auch Energieflächen und Gewässer für Fischerei von Bedeutung; während für das globale Ökosystem nicht unwesentliche Regionen wie Wüsten, Gebirge, Eismeere etc. in dieser Methodik als planetar neutral betrachtet werden.
Ein Konzept, welches 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt wurde.          www.footprintnetwork.org

In welcher Maßeinheit wird der Ökologische Fußabdruck angegeben?

Da auf der Erde an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten unterschiedliches Klima herrscht, die Bodenbeschaffenheit (u.a. Fruchtbarkeit) und ökologischen Qualität stark von einander abweichen, verfügt jene naturgemäß über die unterschiedliches Ökosysteme und nicht über einheitliche, gleichförmige Flächen.
Daher braucht es einen der Biokapazität nach vergleichbaren Wert.
Jene Vergleichbarkeit der Länder/Gruppen wird mit dem Wert „Global Hektar“ (pro Person/Jahr) kurz „gha“ angegeben. Dieser soll die weltweit durchschnittliche Ertragsfähigkeit eines „normalen“ Hektars im biologischen Sinne verdeutlichen. Zur Umrechnung werden der Erntefaktor und der Äquivalenzfaktor angewendet. Zum Beispiel entspricht 1 ha Ackerland in Deutschland 3,6 gha.
Laut der Website des Global Footprint verfügt unser Planet über ein Erdoberfläche von ungefähr 51 GIGA-Hektar, wovon mittels deren Konzept jedoch „nur“ circa 12 Gha biologisch produktive Fläche kalkulatorisch berücksichtigt werde – von 14,94 Gha reine Landfläche. Setzt man diese Größe in Beziehung zur Weltbevölkerung (Stand 1.1.2019 7,67 Milliarden), dann ergebe sich eine Bedarfsfläche pro Mensch von knapp 1,6 ha.
Der Begriff BIOKAPAZITÄT gibt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Abgrenzung bzw. Hervorhebung zwischen, dem, was real zur Verfügung steht und dem, was in Anspruch genommen wird.
Verfügt unser Planet überhaupt über die biologisch-ökologische Kapazität (Ausmaß, Produktionsvermögen) die derzeit gelebten, menschlichen Bedürfnisse in ihrer Gesamtheit zu befriedigen. Auf längere Sicht und wie lange?
Der ökologischen Fußabdruck ist, ob nun persönlich oder in Beziehung zu einer ausgewählten Gruppe, genau jene theoretisch aber graphische Gegenüberstellung.

Welche Aussagekraft und Grenzen hat der Ökologischen Fußabdruck?

Methodisch ist das eine enorme Leistung, Flächen weltweit mit Hilfe ausgewählter Faktoren zu klassifizieren. Um eine möglichst realitätsnahe, aber ausreichend vereinfachte Darstellung zu garantieren, braucht es in der Methodik eben Abstriche. Sonst würde sich die Vergleichbarkeit in einer unüberschaubaren Komplexität verlieren.

Die Erde und deren Ökosystemen unterliegen permanent Veränderung, so kann die Biokapazität in wenigen Jahren stark variieren.
Vieles erfasst der Ökologische Fußabdruck nicht, was realistische individuelle oder nationale Darstellung verfälschen kann!
Beispiele: Biodiversität, Wasserverbrauch, (auch Versalzung, Versauerung der Meere), Atomenergie und -müll, Kunststoffproduktion, nicht biologischer Abfall, nichterneuerbare Ressourcen (fossile Brennstoffe), Umweltgifte und toxische Substanzen, Art der Bewirtschaftung einer Fläche.
Daten und Analysen gehen auf das GLOBAL FOOTPRINT NETWORK zurück.
Ein nachhaltiger Fußabdruck liege bei 1,7 gha (2013). Das sei jener Wert, den die Erde vermag biologisch zu leisten, also im Einklang mit menschlichem Verhalten stünde.
Tatsächlich liegt der weltweite Bedarf bei mehr als 2,8 gha. Das wird sozusagen aktuell ge-/verbraucht.
Anders ausgedrückt bedeutet das, der Mensch global 68% mehr in Anspruch nimmt, als theoretisch da ist.
Wie weiter oben genannt liegt der aktuelle menschliche Bedarf bei 1,6 ha bzw. jene Größe drückt aus, wie viel Hektar einem Menschen theoretisch zustünde, unabhängig von Größe, Alter, physischer Konstitution. Jedoch wird jener rein physikalische ha-Wert eins zu eins in einen gha-Wert umgewandelt, wenn er in Beziehung zu den nach spezifischen Kriterien für eine Fläche angewandten Methodik, betrachtet bzw. bewertet wird.

Beispiele in Zahlen:

TOP 3 des durchschnittlichen Verbrauchs einer Person (Daten aus 2016):
1. In Katar 14.4 gha , das entspricht fast 8,5 Erden
2. Luxemburg 12.9 gha
3. Vereinten Arabischen Emirate 8.9 gha

21. Österreich 6.0 gha , das entspricht 3,5 Erden
37. Deutschland 4.8 gha , das entspricht 2,5 Erden

TOP 3 in nationaler Gesamtbetrachtung:
1. China 5,200,000,000 gha (aber 3,6 gha pro Person!)
2. USA 2,610,000,000 gha (aber 8,6 gha pro Person!)
3. Indien 1,550,000,000 gha (aber 1,2 gha pro Person!

8. Deutschland 397,000,000 gha
52. Österreich 52,500,000 gha

Welterschöpfungstag: war im Jahr 2019 der 29. JULI

Der „Ecological Debt Day“ bzw. „Earth Overshoot Day“ ist jener mit Hilfe des Ökologischen Fußabdrucks errechneter Kalendertag im Jahr, an dem der Mensch durch sein Handeln die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht hat. Das heißt, dass ab diesem Tag, die Erde ihre Fähigkeit die in Anspruch genommenen Ressourcen zu regenerieren, nicht mehr im Stande ist zu leisten.
Ab diesem Tag beginnt das Ökologische Defizit der Erde oder einer Nation, denn die Biokapazität, also die Regenerationsfähigkeit, ist geringer als der Ökologische Fußabdruck, nämlich das, was in Bezug zu einer bestimmten Fläche verbraucht/gebraucht wird.
In Österreich war er im Jahr 2019 am 9. April.
Weltweit lebt der Mensch nun seit 1971 schon ökologisch defizitär und verbraucht mehr als eine einzige Erde hergibt.
80% der Menschen leben heute in Ländern mit einem ökologischen Defizit.
In Deutschland (2016) wurde der Wert der Biokapazität mit 1,6 gha pro Person ermittelt. Dem gegenüber steht der Wert des ÖF von 4,9 gha, woraus sich ein Ökologisches Defizit von -3,3 gha ergibt. In Deutschland übersteigt also der ÖF die Biokapazität um 199%, zwei Erden mehr!
Österreich BK 2,9 gha weniger 6,0 gha ÖF ergibt -3,1 gha Ökologische Defizit. Gesamt 107 % über der Biokapazität, gut eine Erde mehr!

 

TOP 3 der Länder mit dem höchsten DEFIZIT an Biokapazität:
• Singapore 9,950%
• Bermuda 5,260%
• Réunion 2,380%

Wenn die Biokapazität höher als der ökologische Fußabdruck ist, spricht man von einer Reserve an Biokapazität. Das ist leider weitaus seltener Fall und im prozentualen Vergleich für das globale Interesse leider auch wesentlich geringer.

TOP 3 der Länder mit der höchsten RESERVE an Biokapazität:
• Französisch Guayana 3,980%
• Suriname 2,750%
• Guyana 1,900%
(diese drei sind übrigens Nachbarstaaten im Nordosten Südamerikas)

Wenn man sich die Landkarten mit ihren Auswertungen zu den einzelnen Ländern genauer anschaut, kann man zu dem Schluss kommen, dass die afrikanischen Staaten oder alle anderen nicht-industrialisierten Länder mit der ihnen gegebenen Fläche sehr gut zurecht kämen. Gäbe es da nicht den westlichen Einfluss.
Weiter kann man feststellen, dass der ökologische Fußabdruck mit einer Steigerung an Luxus, der dann zum Lebensstandard wird, zunimmt.

Seinen ökologischen Fußabdruck online berechnen?

Jenes Tool veranschaulicht auf einfach Weise die von einem Menschen verursachten CO2-Emissionen. Dieses stellt nur einen Teil des Ökologischen Fußabdrucks dar. Es geht dabei nicht um eine exakte Berechnung, sondern um eine Vergleichbarkeit und Veranschaulichung mittels einfacher Fragen, die in ihrem Ergebnis einen Richtwert für ein bestimmtes Umweltverhalten wiedergeben.
Kriterien hierbei sind: Heizung/ He, Strom, Mobilität und das spezifische Ernährungs- und Konsumverhalten.
Zu der persönlichen Errechnung wird ein dem Land festgesetzter Sockelbetrag von ungefähr 1 gha automatisch hinzuaddiert. Das heißt, dass für staatliche, fixe Leistung, ob ich diese nun nutze oder nicht innerhalb meines Lebensortes CO2 emittiert wird. Dazu gehört zum Beispiel die bestehende Infrastruktur, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, öffentliche Dienstleistungen (Sport) und kulturelle Einrichtungen. Jene kann ich mit meinem persönlichen Verhalten schwer bis nicht beeinflussen. Daher bildet dieser Bereich in der Berechnung eine Konstante, die jeder mit trägt.
Jener dürfte ebenfalls von Land zu Land abweichen.
Alle Tests wollen mit dem Thema sensibilisieren, zum Nachdenken anregen und Tipps für ein nachhaltiges Leben geben.

DREI AUSGEWÄHLTE RECHNER in deutscher Sprache von einfach bis komplexer:

Rechner von BROT FÜR DIE WELT, 13 Fragen:
https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/

RECHNER VOM WWF, 25 Fragen:
https://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner/

UMWELTBUNDESAMT, je nachdem :
https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Die Ergebnisse weichen ob der Fragestellung und der damit verbundenen Statistik von einander ab. Alle Rechner sind vorrangig auf städtisches Leben ausgelegt.
Bei den ersten beiden Rechnern wird z.B. angenommen bzw. vorausgesetzt, dass man Kühlschrank und andere Geräte besitzt/benutzt oder eine bestimmte Konsumkultur pflegt. Nach eigenen Energiequellen wird nicht gefragt. Aber zur Veranschaulichung stellt das Ergebnis sicher einen angemessenen Richtwert dar, der bei beiden Rechner am Ende im Deutschland und weltweiten Vergleich aufgezeigt wird. Zudem wird an Weltkugeln veranschaulicht, wie viele Planeten die Menschen bräuchten, wenn jeder so leben würde wie man selbst.
Der dritte Rechner ist in seiner Angabemöglichkeit zur eigenen Lebenssituation detaillierter. Auch, wenn der absoluten Individualität zur Vergleichbarkeit auch Grenzen gesetzt sind. Man hat zum Beispiel hier die Möglichkeit die Heizart zu wählen und auch, wie man heißes Wasser aufbereitet. Doch auch hier fehlt die Betrachtung von Wind- und Solarenergie zur eigenen Stromerzeugung.
Auch im Bereich Mobilität wird davon ausgegangen, dass man einen eigenen PKW besitzt, wenn man Fahrten zurücklegt. Doch wenn man nur Mitfahrer für Bedarfsfahrten ist, kann schwerlich Angaben zu Verbrauch/Baujahr etc. machen. Wenn es um den Konsum geht, dann erhöht sich der Fußabdruck mit dem steigenden Budget, welches man im Monat ausgibt. Kaufe ich jedoch nachhaltige Produkte so sind diese meist immer teurer. Da hier eine Differenzierung nicht möglich scheint, bedeutet es also, wenn ich nachhaltig einkaufe, gebe ich mehr Geld aus. Gebe ich mehr Geld aus, steigt mein ÖF. Die Conclusio dürfte also klar sein.

Fazit:

Der Ökologische Fußabdruck sensibilisiert mit den Themen der Nachhaltigkeit und der CO2-Emissionen wie kein anderes Konzept.
Allein die Möglichkeit der sehr einfachen Ermittlung des persönlichen Ökologischen Fußabdrucks mit Hilfe eines Rechners ist ein populäres Mittel, das den Weg in Richtung Nachhaltigkeit als Mainstream fördert.
Auf der Internetseite des GLOBAL FOOTPRINT NETWORK finden sich eine beeindruckende Anzahl und Ausarbeitungen an Analysen und Statistiken mit eine retrospektivische Betrachtung bis zum 1961 zulässt.
Dennoch bietet der ökologische Fußabdruck kein ein spiegelgleiches Abbild tatsächlicher Gegebenheiten oder Umstände. Dazu lässt er zu viele wesentliche, umweltrelevante Bereiche außer Acht.
Zudem kommt die fragwürdige Eins-zu-Eins-Transferierung Wertes für einen nachhaltigen Fußabdruck von normalen, physikalischen Hektar in Global Hektar.
Parameter, die man nicht selbst erstellt und Bestimmungsfaktoren, die man nicht geprüft hat, sollten in ihrer zusammenhängenden Methodik oder Aussagefähigkeit immer kritisch betrachtet werden.
Denn zum einen steckt hinter jeder Produktivität eine Motivation, zum anderen erlaubt unser natürlicher Menschenverstand eine stets kritische, der Wahrheit, Allgemeingültigkeit und Relevanz nach kritische und vernunftsorientierte Betrachtungsweise.

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Quellen: data.footprintnetwork.org, www.planet-wissen.de/natur/umwelt/globaler_wandel/pwiederoekologischefussabdruck100.html, www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/, plattform-footprint.de/verstehen/global-hektar/, de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Fußabdruck

Mikroplastik: Auch wenn wir es nicht sehen, ist es da.

Ich erinnere mich an eine frühere Bekannte, die vor gut 15 Jahren sagte: „Unsere Generation, das ist die Generation Plastik. Sollten wir einmal untergehen, werden Altertumsforscher bei Grabungen auf eine dicke Plastikschicht stoßen.“ Das mag witzig klingen und das war es damals auch. Tatsache aber, es ist erschreckend real. Bei dem Thema Plastik (darüber werde ich einen separaten BLOG-Beitrag schreiben) geht es nicht nur um das, was wir sehen, und das ist schon erschreckend, wenn wir an die von Plastikmüll übersäten Strände in der Karibik denken oder Straßen und Flüssen voll verseuchtem Müll in Bangladesch, sondern auch darum, was wir nicht sehen, einatmen und konsumieren in Form von fester und flüssiger Nahrung, durch direkte und indirekte Aufnahme auch über Kosmetika.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden alle Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als oder gleich 5 Millimeter groß sind. Da es vom Plastik herstammt, ist es ein nicht natürliches Erdöl-Produkt. Basierend aber auf einer natürlichen Ressource.

Wo kommt es her? Wie entsteht es?

Es gibt drei grundsätzliche Wege, wie Mikroplastik entsteht. Erstens durch den Zerfall größerer Plastikteile, dem Prozess der „Verrottung“, wobei das Plastik nicht verrottet, sondern nur stetig kleiner wird, denn es sind Stoffe, die von Mikroorganismen nicht zersetzt werden.

Zweitens durch Abrieb oder Ablösen kleinster Partikel vom Plastik bei Gebrauchsmaterialien wie bspw. Abrieb von Autoreifen beim Fahren, Fahrbahnmarkierungen, Schuhsohlen, Ablösen beim Waschen von synthetischen Textilien wie Fleecepullis, Verwehung der Beläge von Sport-/Spielplätzen.

Und der dritte Aspekt der Entstehung von Mikroplastik ist durch seine Herstellung seitens Industrie, um die Wirkung eines Produktes (vermeintlich) zu erhöhen oder anzupreisen oder um letztlich Müll auf Kosten der Konsumenten zu entsorgen _ zu und auf deren Kosten.

Bleeching/Whitening Zahncreme mit Mikroplastik_Partikeln

Wo finden wir dieses Mikroplastik also wieder?

Neben der massiven Umweltverschmutzung, die nun jeden Winkel diesen wunderschönen Planeten mit Mikroplastik schon verunreinigt hat (Flüsse, Ozeane, Wälder, Wüsten, Arktis), findet man es in Kosmetika (Zahncreme, Peelings, Make up), auch gesundheits-medizinischen Produkten wie Kontaktlinsen_Reiniger, in Hygieneartikel (Seifen, Duschgels, Shampoos, Cremes) sowie in Putz- und Reinigungsmitteln (Scheuermilch und anderes).

Tatsächlich nimmt der Mensch (im weltweitem Durchschnitt!) bis zu fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte, eines DIN A 4 Blattes, einer Dattel ohne Kern, einem Teelöffel Butter oder einem Teelöffel Zucker.

Mich würde interessieren, wie viel des weltweit produzierten Plastikmülls nun in menschlichen Körpern ein- bzw. zwischengelagert ist. Das ist auch eine Form von Recycling!

Und wie wird es von uns aufgenommen?

Durch direkten Verzehr von kontaminierter Nahrung wie Muscheln, Fisch, aber auch Honig und Salz, Wasser. Durch das Einatmen von Luft. Auch beim Schlafen in Polyester-Kuscheldecken. Durch den Abrieb von Gebrauchsgegenständen im Nahrungsmittelbereich. Schneidebretter aus Kunststoff in Küche, Plastikbesteck, Kunststoffgeschirr und Aufbewahrungen, hauchdünne Folienverpackungen von Lebensmitteln. Durch die Mundhygiene, Zahncreme und Zahnseide.

Warum ist Mikroplastik ein Problem?

1. Es verändert, verschmutzt und zerstört Lebensräume und letztlich unseren Planeten.

2. Es gelangt in unfassbar großen Mengen in die Umwelt, Flüsse und Meere.

3. Es schadet den Tieren. Je nach Größe es Lebewesens im Verhältnis zum Mikropartikel schädigen jene das Gewebe mehr oder weniger und lösen gesundheitsbedrohende Reaktionen hervor, wie Verschlüsse, Entzündungen, Reizungen, innere Verletzungen, permanentes Sättigungsgefühl.

4. Es gelangt über den Nahrungskreislauf, über Plankton, das jenes Plastik aufnimmt, über die Tiere, die das Plankton essen, Tiere, die Tiere essen usw. wieder auf unsere Teller bzw. in unser Trinkwasser und somit wieder in unsere Körper und Mägen.

5. Es kann/wird Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben. Denn, was einst als Schleifmittel in Putzreinigern war, befindet sich irgendwann in unserem Magen-Darm-Trakt wieder und hat dort vermutlich eine ähnliche Wirkung. (Also was einst als Reinigungshilfe angepriesen wurde, verunreinigt in Wirklichkeit!)

6. Es kann nicht entfernt werden. Da jenes Mikroplastik so klein ist und kontinuierlich an Größe abnimmt, kann es nicht einfach am Strand aufgelesen werden oder aus dem Meer gefischt werden. Selbst das Filtern dürfte ein hochtechnisiertes und nicht so leicht zu realisierendes Unterfangen sein, wenn dies überhaupt irgendwann möglich sein sollte.

7. Die Oberflächenbeschaffenheit von Mikroplastik entspricht vergleichend dem eines Magneten. Es zieht Schadstoffe an. Das heißt mit dem Mikroplastik an sich, das schon gefährlich in seiner Aufnahme ist, nehmen Tiere und letztlich auch der Mensch die von Partikel angezogenen Umweltgifte mit auf.

Beispiele für den (Nicht-) Zerfall:

Ein Plastikbecher, der in der Erde liegt braucht angeblich 800 bis 1000 Tage bis er „verrottet“ ist. Wobei Verrottung eigentlich nicht zutrifft. Er zerfällt in immer kleinere Teilchen. Eine Plastiktüte braucht bis zu 20 Jahre bis sie zersetzt ist, eine PET Flasche bis zu 500 Jahre und eine Angelschnur 600 Jahre.

Wie werden Mikroplastik-Teile in Ingredienzlisten bezeichnet?

Eine Möglichkeit, um Mikroplastik in Produkten zu erkennen, bieten APPS wie CODECHECK oder TOXFOX. Jene zeigen bedenkliche Stoffe an. Hier eine Liste von möglichen Bezeichnungen schwer und nicht abbaubarer Polymere:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Nylon-12, Nylon-6
  • Polyacrylat (PA)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polypropylen (PP)
  • Polystyren (PS)
  • Polyurethan (PUR)

Information, wie jene die auch im Text wiederzufinden sind, gibt es ausführlich auf Seiten von BUND, WWF, Umweltbundesamt, Greenpeace. Aber auch die Stichwortsuche im Internet bringt viel Information und auch in Dokumentationen wird diese Thematik gut beleuchtet.

FAZIT:

Plastik zerfällt zu Mikroplastik und Mikroplastik zu Nanoplastik und so weiter. Und um ein extremes Bild zu zeichnen, müssen wir uns letztlich fragen, woraus unsere Ozeane mittlerweile bestehen? Ob wir tatsächlich noch Wasser in den Weltmeeren haben oder vielleicht schon eine „Suppe“ aus winzig kleinen Kunststoffteilchen unsere Kontinente umgibt. Immerhin sind laut einer Studie von 8 Millionen Tonnen Plastik, die im Meer gelandet sind nur 1 % „aufgetaucht“ bzw. wieder gefunden worden. Wo ist also dieses „vermisste Plastik“? Eine interessante Prognose besagt, dass, wenn der Konsum und die Müllproduktion von Plastik im gleichen Maße weiter geht wie bisher, bis 2050 dem Gewicht nach mehr Plastik als Fische im Meer schwimmen werden. Es ist deshalb wichtig, dass wir Konsumenten bereits darauf achten, was wir kaufen und konsumieren. Es liegt also auch an uns, dieser enormen Umweltverschmutzung entgegenzuwirken. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt, also fragt nicht nach Plastik, da wo es möglich ist! Ihr bestimmt mit Eurer Kaufkraft! Mit jedem Verzicht auf Plastik im Einkauf verringern Sie die Zahl des Plastiks auf Ihrem Teller. Und denen Ihrer Kinder. Es ist unsere Pflicht, unser Handeln zu ändern.

Autorin: Sabine Landon

Jener Artikel besteht aus Auszügen meines im kommenden Frühjahr erscheinenden Buches zum Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit mit Amoremundo

ESSAY-REIHE _ HAND AUFS HERZ – Nachhaltigkeit mit Amoremundo

Ist ein globales Umdenken möglich, bevor es vielleicht zu spät ist? Also ein Umdenken, welches die Gesamtheit der Menschen unserer wunderschönen Erde im Geiste erreicht?

Es mag fast ein bisschen trendy anmuten, wenn man sich mit den Begriffen „no plastic“, „zero waste“, „müllfrei“ „nachhaltig leben“ oder „ecofriendlyliving“ schmückt. Denn umweltbewusst zu leben, gewinnt mehr und mehr an Aufsehen und Ansehen.

Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Menschen, die ihr naturfreundliches Engagement in sozialen Netzwerken präsentieren, indem sie ihre organisch-ökologischen Errungenschaften für den Alltag bildlich und textlich vorführen, Rezepte zu DIY Hygiene- und Pflegeprodukten teilen, vegane Lebensmittel und ihre Beschaffungsmöglichkeit aufzeigen, von ihren Erkenntnissen berichten und allgemeine Tipps zum Verhaltenskodex geben. So kann man eine Menge lernen.

Nachhaltig zu leben oder keinen Müll zu produzieren, dürfte eigentlich gar nicht schwer sein.

Betrachten wir einmal, die Yanomami, die Inuit, die Dayak oder auch die Pygmäen – um nur einige wenige Naturvölker zu nennen, dann ist ein Leben in und mit der Natur möglich und friedlich.

Selbst wenn es darum ginge, Lebensmittel/Erzeugnisse in großen, riesigen Mengen zu produzieren, sollte es eigentlich kein Problem sein. Der Mensch ist doch so intelligent oder nicht? Oder braucht es das gar nicht? Müsste für eine gemeinschaftlich nachhaltige Lebensweise unsere bisherige Gesellschaftsstruktur einmal ordentlich durchgeschüttelt und neu aufgestellt werden?

Die vermeintlichen, rückständigen Völker leben den wahren Fortschritt, denn sie sind zerowaste, plastikfrei und unverpackt. Es sei erwähnt, dass für mich der Fortschritt mehr mit dem Hinfortschreiten zu tun hat, also mit dem Entfernen von einer guten Sache, als mit Entwicklung, Verbesserung oder einem Schritt nach vorne.

Der Gedanke und die Bewegung der Nachhaltigkeit zeigt sich in vielen Bereichen des Lebens und berührt das Menschsein im Ganzen und nicht nur beim Einkaufen, beim Reisen oder von 8 bis 12.

Jene Blog-Reihe HAND AUFS HERZ – Nachhaltigkeit mit Amoremundo will eben diese Bereiche einzeln betrachten, um das größere Ganze zu verdeutlichen. Dabei geht es um Themen wie Müll, Kultur und Lebensweise, BIO, Transport, Pharmazie, Reisen/Tourismus, Events, Energie, Wasser, Kinder (Erziehung/Bildung), Haushalt, Nahrung, Kleidung, Kosmetik.

Für den Einzelnen mag ein nachhaltiges Handeln Sinn machen, doch erst im Miteinander werden Ergebnisse massiver und für alle erkennbar und spürbar.

Mein Anliegen ist es, jedem Leser etwas mitzugeben, dass ihn zum Umdenken animiert. Denn wo das Umdenken beginnt, wird ein Umhandeln folgen. In meinem Alltag stärkt mich besonders ein Gedanke bzw. eine Vorstellung: Nicht einer alleine muss alles können und schaffen, sondern, wenn jeder etwas tut, und schrittweise immer ein kleines Bisschen mehr, dann entsteht eine sichtbare Veränderung und es beginnt globale Nachhaltigkeit.