EDEN-PROJEKT

Wie viel Müll wiegt der Wald?

Wer einen Baum pflanzt, wird den Himmel gewinnen. Konfuzius

Wie schön ist ein Waldspaziergang. Raus aus der Stadt, rein ins Grüne. Abschalten, ausspannen. Über weiches Moos laufen und dabei die Seele baumeln lassen. Den Duft des Waldes tief in sich aufnehmen und dabei alle Sorgen vergessen. Dem Rauschen des Windes durch Baumkronen und dem Gesang der Vögel im spielendem Sonnenlicht zwischen Zweig und Geäst lauschen und dabei das Wesentliche vom Unwesentlichen erkennen. Das oder so ähnlich mögen vermutlich die Gedanken und die Vorstellungen sein, die Stadtmenschen, Waldfreunde und Frischluftbegeisterte dazu veranlassen, zurück zur Natur zu kehren. Zumindest für ein paar Stunden.

Unberührte Natur erleben und die Ursprünglichkeit des Seins spüren?

Fehlanzeige.

Denn unsere Wälder sind verschmutzt, verdreckt, verseucht und vermüllt. Kaum ein Waldgänger oder Wanderer, der nicht auf Abfall und kleine oder größere Müllhaufen stößt. Ein totgeschwiegener Skandal. Es ist eine Schande. Für viele, jene Umweltsünder, scheint es ein leichtes und bequemes Unterfangen zu sein, mal eben von der Landstraße in einen Forstweg einzubiegen, um sich seinem Mist und seiner Ich-weiß-nicht-wohin-damit-Habe in einem unbeobachteten Waldstück zu entledigen. Wenn selbst an der tiefsten Stelle des Meeres die Überreste menschlicher Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit gegenüber der Natur zu finden sind, dann wohl erst recht im Waldstück nebenan.

In den meisten Fällen werden die Verantwortlichen, jene schuldigen Ignoranten und Umweltverschmutzer selten zur Rechenschaft gezogen, denn erstens liegen manche Deponien schon Jahrzehnte in unseren Wäldern, zweitens ist ein über hunderte Hektar großer Wald selten bis nie videoüberwacht oder überhaupt überwacht und drittens wird Umweltkriminalität im „kleinen Stile“ aufgrund von fehlenden Investigationen selten aufgedeckt. Welchen Schaden jedoch jenes dumme und rücksichtslose Verhalten hat, sehen wir an unserem Klima und unseren nicht mehr gut funktionierenden Ökosystemen, wobei auch hier noch viel mehr Missverhalten eine Rolle spielt. Und das Ausmaß dieser noch nicht erkennbaren und abschätzbaren Katastrophe, ist ähnlich einem Eisberg. Oftmals und zuerst sehen wir lediglich die Spitze.

Wie auch in unserem Fall.

Wir lebten nun schon einige Wochen am Areal und begannen mit den erstenGestaltungen für Beete und Obstreihen. Zu jener Zeit, wir waren gerade zu dritt, erkundeten wir oft den umliegenden Wald. Neben uns, hinter uns und vor uns, mit einer kleiner Straße dazwischen, riesige Waldflächen. Unsere ersten Beete entstanden um den prächtigen Mammutbaum inmitten des Areals. Wir schufen anfangs eine Ringstruktur für unseren Anbau, wobei am Fuße es Mammutbaum ein Kräuterkreis entstand und mit den Jahren wirklich schön auswuchs.

Wir mussten natürlich Grasflächen abheben und umgraben. Und dabei fanden wir des öfteren Unrat wie Porzellanstücke, sehr alte Munitionsreste, Hufeisen, Teile von mechanischen Fallen und Ziegelbruch. Ich empfand es damals als zwar störend und merkwürdig, dachte mir aber nichts Grundsätzliches dabei. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein Archäologe, der neben schönen Quarzsandsteinen beim Spatenstechen und Schaufeln eben auch mal Überreste vergangener Zeiten fand und manchmal sogar danach ersann, Gold zu finden.

Wir entdeckten auch schwarze Stellen auf der Wiese, die sich später als vergrabene Holzkohlenüberbleibsel herausstellten und beim Spazieren im Wald fielen uns erstaunlich viele Glasscherben auf. Irgendwann kam ich mir auch nicht mehr vor wie ein Altertumsforscher, sondern wie ein Umweltkriminalist. Und irgendwann bekommt man für Deponien einen Blick. So wie Tom. Immer da, wo entweder ein kleiner Teil, wie bei einem Eisberg, sichtbar und leicht vom Waldboden bedeckt ist, so als würde sich dieser schämen und den Unrat nach und nach mit seinem Humus, Moos und Blattwerk zudecken zu wollen schien oder dort, wo ein kleiner Hügel ist, auf dem sich schon vollends eine Schicht aus Erde, Gras und Moos gebildet hat. Einem eher sparsamen Bewuchs, der nicht homogen mit der ihm umgebenen Erde zu sein scheint. Anfangs entsorgten wir den Unrat selbst, doch es nahm und nahm kein Ende. Wir bastelten uns also Fähnchen, banden sie an Hölzer und markierten, was wir fanden. Und zwar im unmittelbar angrenzenden Wald außerhalb und leider auch innerhalb des Areals. Wir sprechen von einer ungefähren Fläche von 3 ha.

Insgesamt entdeckten wir 37 Deponien im jeweiligen Ausmaß von 1 – 40 m² bis in 6,5 Meter Tiefe und einem ungefähren Gewicht von jeweils 5 kg bis 15 Tonnen.

Zusammengerechnet ergab das ca. 25 LKW Ladungen mit 360 Tonnen Müll.

Wir können deshalb davon berichten, weil wir das zuständige Forstamt informierten und dafür Sorge trugen, dass die Deponien ausgehoben und der Müll abtransportiert wurde.

Massen- und Mengenmäßig bestand der Hauptteil des Unrats aus Schutt, Ziegelbruch und Bauresten. Doch tatsächlich setzte sich der Unrat wie folgt zusammen:

Ziegel, Folien, Planen, LKW Batterien,Treibstoffkanister, Eternitplatten (Asbestfaserplatten), Bitumen (Asphalt) Motorräder, Fahrräder, Wannen und Behälter, Sägen, Messer, Gartengeräte, Werkzeugreste, Kunststoffzäune, Kabel, Reifen, Drähte, zerbrochenes Glas von Flaschen und Geschirr, Keramik, Schüsseln, Plastikverschlüsse, Metallfarbdosen, Blechdosen, Medikamentenüberreste, massenweise Tabletten und psychopharmakologische Produkte, Aluminium und Blechteile, Eisenstangen, Lederwaren, Schuhe, Stiefel, Kleider, militärische Ausrüstungsreliquien, kaputte Alltagsgegenstände, Kinderwagen aus den 50ern, Ölteppiche und Seifenmulden. Alles, was irgendwie der menschlichen Zivilisation zuzuordnen war

Und sogar eine Glasflasche des braunen Lieblings_CO2 Gesöffs der Zuckergeneration fanden wir, natürlich.

Es brauchte zwei Einsätze von jeweils 2 Wochen mit einer ungefähren Anzahl von 15 Arbeitern, darunter Holzfäller und Forstarbeiter und Fahrer: Bagger, Traktoren, LKW, Muldenkipper, Harvester, Holzbergemaschinen.

Wie die Waldwege ausschauten, nachdem tonnenschweres Gerät hindurchfuhr, kann man sich vorstellen. Meterhohe Reifenspuren und -rillen schoben sich in die nun nicht mehr unberührte Waldlandschaft und verbreiterten die einst romantischen Waldwege in eine baustellenartige Matschbahn. Und auch Bäume mussten gefällt werden (wie mir das Nahe ging), damit die riesigen Fahrzeuge ausreichend Platz zum Passieren hatten. Baumzweige mussten abgesägt und Äste entfernt werden, damit auch diese keine Kratzer und Schäden an Fahrzeugen hinterließen.

Da es ein offizieller Einsatz des zuständigen Forstbetriebes war, musste jener Unrat auch offiziell beseitigt/recycelt werden und ist vermutlich nicht in einem anderen Waldstück wieder vergraben worden. Giftstoffe mussten getrennt von einander entsorgt werden.

Auf dem Areal selbst wurde unfassbar viel abgetragen, ausgehoben und entsorgt, weshalb ein völlig neues Erscheinungsbild des Areals entstand. Wo einst Blühwiesen waren, fanden wir nun kahle, braune Erdflächen vor. Und das über viele Wochen lang. Dort, wo vorher massive Baumkronen mit ihren Zweigen und Ästen fast den Erdboden berührten und Fichten und Eschen einen natürlichen Sicht-und Witterungsschutz boten, war nun an vielen Stellen Leere. Und zudem, da ja mengenmäßig etwas fehlte, entstand so etwas wie ein Erdungleichgewicht. Wir brauchten also wieder neue Erde und Humus. Es wurden somit für unser Areal 15 LKW Ladungen Erde von einem anliegenden Bioagrarland gebracht. Jedoch reichte diese nicht aus, weshalb im Zuge der Arbeiten unser Teich ausgehoben wurde. Auch eine Böschung entlang der Grundstücksgrenze entstand.

Es sei anzumerken, dass das Areal des Eden-Projekts innerhalb eines Forstgebietes liegt, weshalb nur Mutterboden nicht artfremden Erdreiches eingebracht werden durfte. Erde ist nicht gleich Erde.

Fast das gesamte Areal musste neu gerecht (Rechen) und natürlich auch gesämt bzw. gesät werden, was Tom allein leistete. Es bedurfte einiger 100 kg Säcke Gras -und Blühwiesensamen und vieler Wochen bis alles wieder grünte.

Gesamtkosten der Dekontamination beliefen sich auf 120.000,00 Euro.

Jene Kosten, der Aufwand und die Arbeit stehen in keinem Verhältnis zu dem, was es bei richtiger und vernünftiger Entsorgung gekostet hätte. Die Schäden an Wald und Tier lassen sich nicht beziffern.

Nach den Jahren geht es den Waldwegen wieder gut. Sie sind schön zugewachsen und unser Areal ist zu 75% müllfrei. Warum nicht 100%? Weil ein Teil der Deponien aufgrund der Gefahr des Absinken unseres Hauses durch einen Erdrutsch belassen werden musste und nicht das ganze Grundstück umgegraben wurde, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass da noch einige „Leichen“ liegen.

Ich schließe heute mit den Worte John Muirs und einer Überzeugung, die mich eben dieses Leben so leben lässt.

And into forest I go, to loose my mind and find my soul.

 

Ein Beitrag des Eden-Blogs

Nachhaltigkeit und Müll

Stimmt das? Produzieren wir wirklich so viel Müll, wie uns die Statistiken lehren?

Es ist schon eine Herausforderung, Müll zu reduzieren oder so wenig, wie möglich Müll zu produzieren. Die Motivation nachhaltig zu agieren, entsteht beim Individuum; ein übergeordneter Erfolg von Nachhaltigkeit ergibt sich erst oder nur durch ein Miteinander. Die Natur gibt uns ihr Feedback und das Ergebnis vom bewussten Leben bemisst sich leider am Schwächsten.Bevor ihr zu Ende lest, schaut Euch bitte einmal das Bild an. Der Müllsack hatte ein ungefähres Gewicht von 2 bis 2,5 Kg, Volumensangabe auf der Verpackung 50 L.

Wie lange bräuchtet ihr (alleine oder als Familie), um diesen Sack zu füllen? Stunden? Einen Tag? Mehrere Tage?

Mich bekümmert dieses Thema, wie viele von Euch, sehr, da auch jedes gute Engagement des Einzelnen von der Großindustrie auf eine harte Probe gestellt wird. Sie sind es, die immer weiter bestimmte Stoffe verwenden und weiter produzieren, nicht, weil es Käufer/Abnehmer gibt, sondern, weil sie wissen, dass es ob einer mangelnden Alternative gekauft werden wird, also, weil es ihnen Geld bringt. Und auch wenn es um die Einwegverpackungsgepflogenheit geht, besteht die Schuld am Mülldesaster nicht allein seitens des Endverbrauchers. Es ist leicht dem Konsumenten die Verantwortung zu übertragen, wovon viele in der Stadt leben und es schwer bis unmöglich ist, sich selbst zu versorgen. Was der Umgang und das grundsätzliche Verhalten mit einer Sache betrifft, schon eher. Doch ist es eben nicht selbstverständlich, dass es einen Biohof oder regionale Produzenten gibt, bei welchen man müllfrei, also ohne Verpackung einkaufen kann, wenn man als bspw. alleinerziehende, berufstätige Mutter ohne Auto sein Leben bewältigt oder eben ein betagter Rentner ist. Und natürlich ist es für viele eine Frage des Geldes.

Jedes Mal, wenn ich zum Müll gehe, um etwas weg zu werfen, dass nicht verrottet oder in einen unkomplizierten, umweltakzeptableren Vorgang der Natur zurückzuführen werden kann oder auch Recycling, habe ich ein schlechtes Gefühl. Alles zu verbrennen scheint attraktiv, ist aber auch keine Lösung. Und auch, wenn es darum geht, Vorräte anzulegen, wird jenes Unterfangen schwierig. 

Denke ich an Naturvölker wie die Inuit, die Tschuktschen, Jakuten und weitere Eskimos, an jene auf dem südamerikanischen Kontinent wie die Yanomami, die Xingu, die Huaorani, an jene in Afrika lebenden Stämme der Pygmäen, die Massai oder auch an die Dayak auf Borneo, dann weiß ich, dass es möglich ist, ein Leben ohne Umweltverschmutzung zu führen. Jene Völker werden zu unrecht als rückständig bezeichnet. Denn der ach so zivilisierte, hoch intelligente westliche Mensch bekommt die einfachste Sache nicht auf die Reihe. Nämlich im Einklang mit der Natur zu leben. Und er ist genauso ein Teil der Natur, wie alle anderen Lebewesen, die, in welcher Form auch immer, aus ihr hervorgegangen sind.

Auch für mich ist ein derartige Leben, welches die indigenen Völker führen unvorstellbar. Mich halbnackt zu bewegen, mir aus Bärenfellen Schuhe zu nähen oder Moos für weibliche Angelegenheit zu nutzen. Dass muss es auch nicht. Dennoch widerstrebt mir die sinnbefreite Verschwendungslust, Habgier, Größenwahn und Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Ich denke, es ist eine grundsätzliche Einstellung, wie ich leben will und worauf ich verzichten kann. Was brauche ich wirklich zum Leben? Damit meine ich nicht nur Dinge, sondern auch Handlungen. In meinen Augen ist das Konsumverhalten, mangelnde Umwelterziehung und die Unverbundenheit der Menschen arg aus den Fugen geraten ist.

Global ist für mich kein Begriff des Fortschritts, sondern des Rückschritts, da die Maßlosigkeit in ihrem Warenverkehr und dem Umgang mit der Natur so prägnant und erschreckend sind. Zugegeben, ich esse gern Ananas, Sojaprodukte, Reis und Schokolade. Es dürfte jedoch kein Problem sein, jene beliebten Produkte regional anzubauen oder in einen vernunftsorientierten Austausch zu treten.

Mir fällt Müll einzusparen schwer. Doch wo eine Wille ist, ist auch ein Weg, sagt man doch. Habt ihr meine Frage noch im Kopf? Wie lange bräuchtet ihr, um jenen gelben Sack zu füllen? Hinzugerechnet werden muss auch jener Müll, den ihr außerhalb Eures Heimes produziert und in „fremde“ Mülleimer werft.

Jener Sack mit schätzungsweise 2,5/3 Kilogramm wurde von einer 6-köpfigen Familie, mit der unbedingten Motivation Müll zu sparen, innerhalb einer Woche gefüllt. Unserer.

Es ist komisch, seinen Müll zu zeigen. Doch was meint ihr? Ein Erfolg?

Wisse, dass jedes positive Handeln und wenn es noch so nichtig erscheinen möge, ein positives Ergebnis nach sich zieht. Wisse, dass vieles Kleine zusammen Großes bewirken wird.

Wenn wir darüber sprechen und uns gegenseitig motivieren und helfen, dann werden wir zusammen erfolgreich sein und das kleine Engagement des Einzelnen zu einem größeren gemeinsamen und sichtbaren Erfolg führen.

Zusatz: Die durchschnittliche Menge an produziertem Verpackungsmüll in Österreich liegt bei ca. 156 Kilo, also ungefähr 3 kg Müll pro Person/Woche. Also 6x soviel wie unser kleiner Wochenerfolg. Es geht nur um Verpackungen, nicht um Müll im Gesamten (kommunaler Abfall), wo auch noch Biomüll, Restmüll, Papier, Familienmüll, Anteile Supermärkten, Fabriken, Transport etc. zugerechnet würde. Die Gesamtmüllmenge pro Kopf und Jahr beträgt in AUT an die 500 kg. Zum Vergleich Deutschland: Verpackungsmüll mit ca. 220 Kg und Gesamtmüll über 600 kg.

 

Das EDEN-PROJEKT _ Biodiversität der Fauna

BIODIVERSITÄT DER FAUNA – Wilde, heimische Tiere

Der Wald gehört uns nicht. Er war da, als wir schon waren und wird es, so Gott will und der Mensch ihn nicht zerstört, noch lange nach uns sein. Wir dürfen in ihm leben. Wir dürfen leben. Genau wie die Tiere. Und wie wir zu sagen pflegen: Sie gehören nur sich selbst und dem lieben Gott. Dass wir Nutztiere haben und sie mit uns leben, heißt nicht, dass sie nicht frei sind. Nutztieren sollte ein artgerechtes Leben ermöglicht sein.

Wir sind zudem dankbar über jedes wilde Lebewesen, was seinen Weg zu uns findet und uns an seinem Lebensrhythmus teilhaben lässt.

Viele Geschöpfe kreuzten im Laufe der Jahre unseren Weg und schenkten uns wunderbare Erlebnisse.

Zu Beginn, als das Areal noch nicht eingezäunt war, besuchten uns Fuchswelpen. Die waren wirklich herzig und zu Recht sehr scheu. Sie kamen nach der Dämmerung und wir beobachteten sie durch die Spalten der verschlossenen Fensterläden. Auch schlich sich eines Nachts im Vollmondschein ein erwachsener Verwandter ihrer zu uns und stritt wohl, auf einem unserer ersten Hügelbeete stehend, mit seinem Echo, welches aus dem Wald widerhallte. Dieses andauernde Gebell holte uns aus dem Schlaf und direkt in unseren bewaldeten Dschungel.

Eines Morgen stand eine prächtige Hirschkuh zwei Meter von unserem Schlafzimmerfenster entfernt und äste im Morgengrauen. Im ersten Sommer knisterte und zischte es eines Abend nach Sonnenuntergang an der Nordseite des Hause derart laut, dass ich erschrak und im Schutzinstinkt erstmal die Haustür schloss. Wir lebten nun schließlich mitten im Wald, da ist eine gewisse Vorsicht zu späterer Stunde verständlich und ratsam. Es waren hunderte von Glühwürmchen, deren kurzzeitiges Aufleuchten und wieder Verglimmen im sich wiederkehrenden Spiel so eindrucksvoll war, dass ich in diesem wundersamen Augenblick ein Gefühl der absoluten Demut einhergehend mit Freude und Verzückung empfand, welche ich nie vergaß. Ein schier unaussprechlicher Segen.

Einmal verfing sich eine Fledermaus in einem Spinnennetz. Nein, die dazugehörige Spinne war nicht größer als unser nachtaktiver Freund. Tom befreite sie und sie flog davon.

Eines Nachmittag sah ich durch das Stubenfenster plötzlich einen riesenhaften Schatten auf der Wiese am Mammutbaum kreisen, der wieder verschwand und kurze Zeit später wieder auftauchte. Wir trauten unseren Augen kaum, ein kapitaler Schwarzstorch war wohl auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Er flog so tief und landete kurz beim Teich. Ich wünschte mir so sehr, dass er wieder käme, doch nach diesen wenigen Minuten sah ich ihn nie wieder.

Es gab auch Wildhasen, die oftmals über die Wiesen sprangen und sogleich wieder verschwanden.

Jährlich nisten die Bachstelzen am Dachfirst, dutzende Kröten paaren sich im Frühjahr und wandern nach dem Laicherfolg zu hunderten, kleinen Nachkommen über die Wiesen in Richtung Wald. Das Eichhörnchen hört man mit dem Eichelhäher streiten und über die Wiese schnell und doch nicht unbemerkt zum Mammutbaum flitzen. Und dieser im Zentrum gen Himmel gewachsene, prächtige Riese bietet/bot seinen ganz eigenen Lebensraum für vielerlei Vögel, z.B. Taube, Meise, Grünfink, Dompfaff, Specht, Kleiber, Zaunkönig, Rotkehlchen.

Ein oder mehrere Maulwürfe behügeln fortlaufend unsere Grünflächen und Pflanzbereiche der Bäume. Die Mäuse schauen uns frech von den Füßen hoch und sausen ins nächste Loch, wovon es unzählige gibt. Nach dem Verlassen werden jene Löcher/Bauten Jene dann von den geliebten Eidechsen bezogen. Und die Blindschleiche liegt uns besonders am Herzen. Füchse, Marder und Sperber kamen auch oft und holten sich das eine oder andere Tier. Und auch andere Greifvögel halten regelmäßig Ausschau. Einmal waren wir Zeuge eines Überlebenskampfes eines Amselhahnes, wobei sein Angreifer der Falke gegen das Abflussrohr der Regenrinne donnerte.

Was die Insektenwelt betrifft, so hatten wir seit Beginn jährlich außergewöhnliche Begegnungen. Denn zu unserer Überraschung schlägt immer eine Art zahlenmäßig aus der Reihe.

Im ersten Jahr waren es komische, schwarze Fliegen. Also keine normalen Stubenfliegen, die so schnell, ja fast nervös an einem vorbeizischen. Eher langsame, denen man mit dem Zeigefinger folgen konnte. Teilweise waren unsere Hauswände ganz schwarz und manchmal hatte ich den Eindruck, als würde ein grau-schwarzer Schleier die Sicht trüben. Millionenfach. Tagelang. Nach dem ersten Jahr habe ich diese Tiere nie wieder gesehen.

Im zweiten Jahr waren es giftgrüne bis türkis schimmernde, wanzenähnliche Käfer, die unser Obstbaumlaub und alles andere angefressen haben. Wir versuchten sie einzusammeln. Auch diese Art blieb unserem Grundstück in den darauffolgenden Jahren größtenteils fern. In diesem Jahr habe ich vielleicht ein oder zwei gesehen.

Im dritten waren es Junikäfer/ Maikäfer und Fliegen. Letztes Jahr Wespen, Hornissen und Riesenspinnen, die ihre Netze von Fichten zu Tomatenpflanzen sponnen.

Und in diesem Jahr sind es Heupferde/Heimchen/Grashüpfer. Tausendfach. Wenn das mal reicht. Bei jedem Schritt sprangen dutzende vor einem davon.

Allerdings sei zu erwähnen, dass die Arten ausdünnen. Zumindest ist das unser Eindruck. Die Singvögel werden weniger genauso wie die Insekten.

Dieser kleine Freund befand sich mutterseelenallein unterm großen Apfelbaum. Nach ein paar Minuten vertrauenswürdiger Handwärme nahm er auf einem jungen Klarapfelbäumchen Platz, um schließlich aufgeregten Flügelschlages dem wiederkehrend rufenden Zwitschern seiner Mama zu folgen.

 

 

 

 

 

DIE BUCHROTSCHWANZ_RAUPE: Sie verirrte sich in eine Scheibtruhe/Schubkarre und wir setzten sie zur Buche zurück

 

 

Was für ein besonderer Moment. Das zu erleben, gehört wie so viele Begegnungen in und mit der Natur zu den Wundern im Leben. Als zum ersten Mal ein Schmetterling auf meinem Arm Platz nahm, war ich erschrocken und verzückt zugleich. Da wurde mir bewusst, wie lang so ein Rüssel eines Schmetterlings doch ist. Damals vor über 4 Jahren war der erste, erkundungsfreudige Schmetterling ein Tagpfauenauge, der immer wieder zu mir zurück flog und ansetzte. Seither passierten diese Arten der Begegnungen, selten, aber hin und wieder.

Doch jene Begegnung war schier atemberaubend. Der Flug einer Libelle, das scheinbare Stehen in der Luft haben sicher schon viele von uns faszinierend verfolgt und wenn sie dann irgendwo z.B. auf einem Pflanzen stabilisierenden Bambusstock minutenlang verweilen, dann kann man sich ihnen nähern, sie wunderbar beobachten oder sogar ein tolles Photo aufnehmen.

Die Schwalbenschwanz-Raupen haben sich über den Dill hergemacht. Ich bedaure sehr, dass es nicht mehr Dill für sie gab. Wie man sieht, greifen sie hier nach dem letzten Strohhalm.

Dieser kleine Freund wurde liebevoll umgesiedelt, als er uns vor die Füße lief, während wir im Begriff waren, den alten Schuppen/Stall abzureißen, den man im Hintergrund sehen kann. Das war im zweiten Jahr. Vielleicht hat er sich verlaufen. So ein putziges Kerlchen. Er fand mit etwas Hilfe dann seinen Weg nach draußen.

Siehst Du, wie sie Dich anschaut?! Und wie sie sich ihre Pollenklößchen mit dem Nektar der Lupinen füllt. Bitte schreibt mir Eure Bienenmagneten bzw. wichtigsten/besten Bienenfutterpflanzen.

Ich bin so unfassbar dankbar, über jede Biene, die ich sehe. Trotz reichlichem Bewuchs eher wenige. Nicht so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Wo früher die Bienen fast Schlange standen äh flogen und es im Garten überall summte, bleiben viele Blüten heute leer. Bei uns gibt es wesentlich mehr Hummeln, wobei auch diese weniger werden. Wir haben nun entschieden, eigene Völker “zu kaufen” und anzusiedeln und werden hierfür noch eine Vielzahl an Pflanzen ordern.

Danke fürs Lesen!

Kleine Bildgalerie

Darf ich vorstellen: Manni Kopfeck

Darf ich vorstellen: Manni Kopfeck

Das ist bzw. war unser aller erstes Schaftier. Ein etwas verwirrter, leicht durchgedrehter und so liebenswürdiger Kamerun-Schafbock. Ein auf dem Bilde noch sehr junger Schafbock von vielleicht 6 Monaten, den wir aus schlimmen Zuständen herauskauften und so befreiten. Eine kleine, dunkle Kammer von 5 qm bedeckt von einer dicken Schicht, einem Gemisch aus Ausscheidungen und Strohresten, teilte er sich mit noch weiteren vier Mitgliedern seiner Familie. Die anderen standen nicht zum Angebot/Verkauf.

Eine Futterraufe war nicht in Sicht. Einen Bunch Heu bekamen sie wohl zu ihren Ausscheidungen dazu. Der ganze Hof war ziemlich vermüllt und unsauber.

Wir haben in den letzten Jahren einige Tiere zu uns genommen, die zum Teil verschenkt wurden, weil sie die Vorbesitzer loswerden wollten. Viele sind, wie schon einmal an anderer Stelle erwähnt, von uns gegangen. Die Geschichte um unseren stets unsicheren, leicht paranoiden Wirrkopf Kopfeck jedoch war nebst den Gänseleichen nach einem Fuchsattentat die wohl schmerzlichste. Es fiel ihm schwer nach den wohl grausamen Erfahrungen aus seiner frühsten Kindheit, zur Ruhe zu kommen.

Damals hatten wir noch einen Stall, aber noch keinen Umgriff (Einzäunung) am Grundstück. Außerhalb hatten wir einen kleinen Bereich für ihn und die später hinzugekommene Susi Vierlinger abgegrenzt. Wann immer Tom in den Stall ging, um zu säubern, Futter zu bringen oder anderes, ward er auf der Hut. Mich schien, als würde er einerseits vor Tom kuschen andererseits aber ihn angreifen wollen, sobald er ihm den Rücken kehrte. Also ein nicht sehr entspanntes und Vertrauen empfindendes Verhalten seinerseits. Sein Gehörn war noch recht klein. Er wusste nicht, oder konnte es nicht glauben und auch nicht mehr lernen, dass von Tom keinerlei Bedrohung ausging. Wenn er draußen auf dem Wiesenstück war, dann sprang er wie ein dressiertes oder halluzinierendes Tier umher. Als würde ihn jemand verfolgen und angreifen. Jemand, der für uns nicht sichtbar war. Als im Mai 2016 unsere Schafdame Zwillingslämmer bekam, mussten wir Kopfeck für die ersten Tage außerhalb des Geheges halten, in dem Mutter ihre Lämmer versorgte. Denn er hat die Neugeborenen immer wieder angegriffen.

Zu deren Sicherheit quartierten wir ihn aus und zu seiner Sicherheit haben wir ihn mit einem langen Band an einer Kirsche am Gehegezaun angebunden und über Nacht ließen wir ihn mit den anderen Schafen draußen. Nach der zweiten Nacht fanden wir ihn tot auf. Es war so traurig. Mittlerweile hatte er ordentlich an Gewicht zugelegt (schätzungsweise 50 kg) und ein stattliches, seiner Rasse typisches, gewundenes Gehörn bekommen. Als wir seine Hinterläufe hinter einem Felsen in der Wiese liegen sahen, waren wir schockiert. Denn das war nicht der Ort, an welchem wir ihn zurück ließen. Mir schossen Gedanken, wie Kampf, Wildschweine, Wölfe durch den Kopf. In welchem Zustand würden wir ihn vorfinden? Blutüberströmt? Nicht mehr vollständig? Was würde noch von ihm übrig sein? Als wir bei ihm ankamen, war auf dem ersten Blick nichts dergleichen zu sehen. Kein Blut. Keine Wunde. Nichts. Doch eines fiel sofort auf. Er war an einer anderen Stelle angebunden. Und nun erinnerte ich mich, dass ich in der Nacht im Halbschlaf die Schreie Kopfecks vernahm. Tom untersuchte ihn und entdeckte eine kleine, kreisrunde Kopfverletzung. Der Eintritt eines Bullets oder Aufprall einer Spitzhacke. Das Hirn kam durch Nase und Mund heraus.

Damals war das Areal auch noch nicht videoüberwacht. Alles, was uns blieb, war, Kopfeck zu beizusetzen.

Wir leben in einem Gebiet, in welchem auch Jäger aktiv sind und auch für die feierlustige, betrunkene Dorfjugend sind 15 km auf einem Quad nur ein Katzensprung.

Was auch immer in jener Nacht dazu führte, dass Kopfeck von uns gehen musste, wir ließen uns mit der Neuanschaffung von Kamerunschafen Zeit.

Ruhe in Frieden.

 

 

 

 

 

 

 

P.S.

Wem der Name Manni Kopfeck bekannt vorkommt. Ja, wir haben ihn nach der Rolle des Carl Obermayr in der einzigartigen, von Patrick Süßkind und Helmut Dietl geschriebenen Serie Monaco Franz – Der ewige Stenz (Helmut Fischer), benannt. Eigentlich eine filmische Reihe vor meiner Zeit, aber eine grandiose Verfilmung mit vorzüglicher schauspielerischer Leistung bleibt sie dennoch. Sehr zu empfehlen.

 

Ein Beitrag aus dem “Eden-Projekt”

Das EDEN-Projekt _ Es regnet Marienkäfer

Es regnet Marienkäfer

Es ist wohl nichts Ungewöhnliches dabei, wenn dieser Tage gelegentlich Flugzeuge am Himmel kreisen. Oftmals weit oben, ganz klein zu erkennende weiße, stille Flieger, doch auch hin und wieder Propellerflugzeuge, Segelflieger, Helikopter und militärisches Geleit.

Am 12. Oktober 2019 nahmen wir erstmals ein Phänomen war, welches das Eden-Projekt bis dato nicht erlebte, zumindest nicht bewusst. Es sei kurz zu erwähnen, dass jedes Jahr eine oder auch zwei Arten aus der Reihe schlagen. Was heißt, dass sie im Verhältnis zu den Vorjahren und zu anderen am Areal lebenden Arten in merklicher Überzahl erscheinen. Heuer waren das zum Beispiel die Heupferde und Heimchen.

Die Sonne schien hoch und warm am Himmel, hin und wieder bildete eine Wolke einen kurzlebigen Schatten. Ein leichter Wind, ein milder Herbsttag, kalendarisch eher in den frühen September passte als in den Oktober, der bei uns „normalerweise“ schon von den ersten Frösten dominiert wird. Alles in allem ein wundervoller Tag. Ziemlich genau gegen Mittag des genannten Tages überflog also wiedereinmal, ohne ihm eine besondere Beachtung zu schenken, ein Flugzeug des Types Hercules den Wald, in welchem sich das Eden-Projekt befindet. Wenig später, vielleicht 15 Minuten, rieselten hunderte, wenn sich tausende kleine Insekten vom Himmel. Jemand stürmte zum Haus und schrie aufgeregt: „Komm Mama, es regnet Marienkäfer.“ Was? Aber tausende Marienkäfer, schwarze, rote, gelbe, mit und ohne Punkte, kleinere und größere, schwirrten unkontrollierbar in der Luft herum, landeten und starteten, setzten sich an Haupt und Kleidung, krabbelten orientierungssuchend an Holzbalken und Wänden hin und her, auf und ab. Ein unglaubliches Treiben, welches einige Stunden hielt.

Sind plötzlich, kurz vor dem Winter, tausende Marienkäfer erwacht? Wo wir doch in den letzten Jahren eher vereinzelt jene Käfer sahen und uns über jedes Geschöpf dieser Art dankbar freuten. Oder fielen sie tatsächlich alle vom Himmel? Ich glaube nicht an Zufälle.

Aus der Bibel kennen wir die Geschichte der sieben Plagen. Nein, ich sehe jenes Ereignis nicht als solche. Dennoch kommt mir das „vom Himmel fallen“ bekannt vor.

Am darauffolgenden Tag waren die Lüfte von ihnen geklärt, ein paar Dutzend vielleicht verteilt auf das gesamte Areal waren noch anzutreffen, wärmten sich in der Sonne an einer Seitenwand des kleinen Holzhauses und krabbelten in Ritzen der Paneele. Für diese Jahreszeit doch recht untypisch. Einen kleinen Freund fand ich regungslos und hohl am schmalen Gehsteig des Hauses. Er konnte dem Stress dieser Erfahrung wohl nicht trotzen und fand im Eden sein letzte Ruhe.

Das EDEN-PROJEKT _ Was genau ist das Eden-Projekt?

Dieser Blog will Anekdoten des Eden-Projekts veröffentlichen und mit Interessierten teilen. Um zu informieren, aufzuklären, zu inspirieren und zu würdigen.

Das Eden-Projekt ist ein Umweltschutzprojekt, Lebensort und -philosophie, welches im ersten Zuge als Forschungsprojekt einerseits die Machbarkeit einer Selbstversorgung untersucht und anstrebt, andererseits die floralen Möglichkeiten ausreizt und die Diversität fördert. Das Eden-Projekt verfolgt als Umweltschutzprojekt im Kleinen wie im Großen den unbedingten Erhalt der Natur. Hierzu konnte das Eden-Projekt bislang zwei Grundstücke in Ungarn und fünf weitere in Österreich erwerben, auf welchen ausnahmslos natürliche und unberührte Vegetation gedeiht.

Das Eden-Projekt in Zahlen und Fakten

Die Gründung des Projekts erfolgte im November 2014 mit der Findung des Hauptgrundstücks. Der Projektbeginn selbst war der 7. März 2015. An jenem Tag bezogen wir das Areal, eine relativ abgeschiedene Waldlichtung umgeben von größtenteils Fichten im niederösterreichischem Voralpenland auf circa 850 Meter Seehöhe. Eine kleinere Ortschaft im Süden in 11 km Entfernung und eine kleinere Stadt im Norden in 16 km Entfernung. Das ursprüngliche Gebiet umfasste eine ungefähre Größe von 24000 Quadratmetern.

Da uns gelegentlich Füchse, Wildhasen, Hirsche und Rehe besuchten und das Bellen der Wildschweine unweit und imposant wahrzunehmen war, zäunten wir das Grundstück im Laufe der Jahre vollends und doppelt ein.

Außerhalb blieb ein Baumgürtel erhalten. Nach Beginn des Projektes offenbarte sich jedoch ein enormes, unfassbares Ausmaß an ökologischem Missbrauch durch Umweltverschmutzungen in Form von dutzenden Mülldeponien. Darüber berichtet dieser Blog in einem anderen Beitrag. Jedenfalls mussten einige Bereiche ausgegrenzt werden, weshalb aktuell eine ungefähre Fläche von 1,4 ha genutzt wird. Zusätzlich wurde an der Grundstücksgrenze ein Erddamm in einer Höhe von 2 bis 3,5 Meters aufgeschüttet, was eine zusätzliche Fläche für Pflanzen vieler Art bildet.

Was heißt Nutzen? Bewahrung von Wildwuchs, Baumpflanzungen, darunter dutzende Obstbäume, Baumzucht, zwei Weiden für aktuell einige Schafe, Gänse, Enten sowie Anbau von Gemüse und Obst und einem Teich.

Im Zentrum ragt ein merklich über 100 Jahre alter 35 Meter hohe Mammutbaum in die Höhe. Dieser bietet seinen ganz eigenen Lebensraum für viele Geschöpfe.

Das Klima ist sicher typisch für jene Region und Höhe. Harte, lange Winter mit wochenlangem Schnee und Minusgraden bis 25. Kurze, feuchte Frühjahre, wobei es auch noch Frost im Mai geben kann. Teils lange, heiße Trockenperioden im Sommer oder auch kurze, intervallartig auftretende Trockenzeiten, die von heftigen Gewittern selten mit Hagelschlag und/oder ausgedehnten, tropenähnlichen Regenschauern abgelöst werden.

Der Boden zeigt sich am Grundstück in vielen Facetten, von Flinz bis Ton, über sandig, kiesig trocken und bis hin zu fruchtbarem Humus. Aufgrund der starken Verunreinigung ist der Boden in vielen Bereichen erst im Prozess der Regeneration.

Da die Winter sehr lang sind, verkürzt sich die Anbauzeit auf wenige Monate.

Zu den „wilden“ Mitbewohnern, die im direkten Kontakt mit dem Eden-Projekt sind, zählen u. a. Singvögel, verschiedene Meisenarten, Bachstelzen, Tauben, Eichelhäer, Eichhörnchen, Finken, Amseln, Specht, Eidechsen, Blindschleichen, Nattern, Greifvögel, Füchse, Marder, Weinbergschnecken, Kolibrischwärmer, eine Vielzahl an Schmetterlingen, unzählige Insekten, Mäuse, Igel, Maulwürfe, Kröten, Frösche, Libellen.

Die ursprüngliche, „wilde“ florale Welt zeigt u.a. Buche, Eschen, Douglasien, Eichen, Fichten, Wildkäuter, Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Holunder, Weiden, viel Johanniskraut und Disteln, Wegwarte, Löwenzahn, Hahnfuß, Ampfer, Malven, Goldruten, Rainfarn, Leimkräuter, Wegerich, Bärenklau, Scharfgarbe, Beinwell und eben einen riesigen Mammutbaum.

Wir heißen Sie herzlich willkommen, unsere Projektdokumentation zu verfolgen. Vieles lässt sich erst in der Darstellung des Speziellen erklären und zeigen. Somit ergibt sich ein kompletteres Bild erst im Laufe der Zeit.

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

Herzlichen Dank

Sabine vom Eden-Projekt

Das EDEN-PROJEKT – Ein Leben in und mit der Natur

Das Eden Projekt ist ein Umweltprojekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Natur zu schützen, zu pflegen und gesund zu vermehren. Das Eden Projekt schafft Lebensräume, um autark, friedlich und harmonisch zu leben. Dabei stehen Liebe, Respekt und Demut dem Leben, also Flora, Fauna und dem Menschen, gegenüber im Zentrum. Dem Ideal oder der Vorstellung des Garten Eden nachempfunden, ist das Projekt eine Lebenseinstellung und fördert eine gesunde, ökologisch und gottverbundene Lebensart. Jedes Handeln, jedes einfache Tun sollte dem nachhaltigen, bewussten und sinnvollen Umgang mit unserer Umwelt, Mensch-Natur-Tier, gerecht werden, denn wir haben nur diese eine Erde, dieses eine Leben in dieser Form.

Entstanden aus dem Wunsch zurückzukehren, woher der Mensch kommt. Raus aus der Verstädterung und back to the roots. Der Hauptsitz des Eden Projekts befindet sich auf einer Waldlichtung in den Höhen Österreichs. Das Projekt konnte schon mehrere Waldstücke in Austria und Ungarn erwerben, um so den Bestand natürlichen Bewuchses zu schützen. Es geht um die Zukunft unserer Kinder, es ist unsere Pflicht, die Natur zu bewahren und das Geschenk des Lebens zu achten. In Dankbarkeit! 

 ALLE Bilder unterliegen dem Eigentum von ©mycore intercourt ass. inc!

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Bäume pflanzen

 

Ich hörte einmal jemanden sagen, ein Mensch solle im Laufe seines Lebens einen Baum pro Jahr pflanzen. Seit Beginn des Eden Projekts vor 4,5 Jahren wurden auf dem Areal 455 Bäume gepflanzt. Darunter Obstbäume, Beerensträucher, Tujen, Zypressen, Rebstöcke, Fliederbüsche. Desweiteren wurde ca. 250 Nadelbäume, Fichten und Douglasien gesät und wachsen nun im 3. Jahr. Auch 10 Mammutbäume haben es geschafft.

Pflanzt Bäume und Sträucher, auch wenn Ihr deren Hochzeit nie erlebt. Es lohnt sich.

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Wie autark können wir sein?

Zu Beginn des Projektes oder eigentlich noch bevor es richtig begann, war ich so naiv und dachte, ich müsste und könnte alles alleine machen. So wollte ich zum Beispiel unbedingt Flachs anbauen (ja, klar, ich würde selbst Leinen herstellen, Stoffe weben und Kleidung nähen), wollte unbedingt Labkraut (zur Käseherstellung, Cheddar) aussäen und natürlich Seifenkraut für die Wäsche im Garten haben.

Ich sammelte Samen, schaute Lehrvideos zu Themen wie Garten, Anbau, Obstbaumbeschnitt, Selbstversorgung, Kompostieren, Anpflanzen, Geräte und Werkzeuge, Permakultur, Tierzucht und Nutztiere, Seifenherstellung, Naturkosmetika u.u.u. Ich kaufte Unmengen von Lektüren zur Pflanz- und Insektenbestimmung, Aussaatkalender, Anbau, Ernte, Vermehrung, Obst, Gemüse, Beeren….

Ich fing an, mich mental auf ein Leben ohne Außenwelt einzustellen. Ja, wie naiv. An dieser Stelle kann ich ein Kopfschütteln nur nachvollziehen.

Schnell stellte ich fest, dass wir das alles unmöglich binnen kurzer Zeit oder überhaupt gänzlich alles allein bewerkstelligen würden und könnten.

Noch heute bin ich der Ansicht, dass es machbar ist. Nur eben nicht allein. Entweder die Familie ist groß genug oder eine Gemeinschaft hat die gleichen Vorstellungen vom Leben und deren Mitglieder sind stark miteinander verbunden und lassen sich nicht im Stich.

Die wunderschön bebilderter Bücher zu den verschiedensten Selbstversorgergärten habe ich noch immer, doch nachdem mir bewusst wurde, dass fast alle Anwesen in wesentlich flacheren Regionen beheimatet sind als das Eden-Projekt, blieben sie eben nurmehr eine dünne Grundlage für theoretisches Wissen.

Denn das Erste, was ich gelernt habe, war: Dein Garten ist wie kein anderer! Denn Höhe, Wetter, Klima, Luft, Böden, persönliche Vorlieben und Vorstellungen lassen sich erst im Laufe der Jahre und mit den Erfahrungen, die Du mit und an dem Ort gewinnst, erkennen. Genau da und nur da, wo er eben ist. Das, was ich hier erkannt habe, muss nicht für ein anderes Projekt gelten, auch dann, wenn es die gleichen Menschen mit ihrer spezifischen Erfahrung betreuen.

Dennoch gibt es überliefertes Wissen, auf welches ich nicht verzichtet haben will und Austausch mit Gleichgesinnten, welches ich noch heute sehr schätze.

Doch warum unbedingt autark?

Um nicht abhängig zu sein. Ein Selbstwertgefühl zu gelangen, welches mich als Teil in und nicht nur an der Natur versteht. Ein Bewusstsein zu entwickeln für das, was wesentlich ist, im Leben – für mich.

Und dazu gehört eben auch, den Dingen ihre Zeit zu geben. Qualität vor Quantität. Schritt für Schritt diesem Ziel näher zu kommen und dabei nicht alles auf einmal zu wollen. Und Umdenken. Doch das kommt bei dieser Lebensweise fast von ganz allein. Denn wer sich für dieses Weg entscheidet, hat schon entschieden.

Ich meine, die Herausforderung im Umdenken besteht nicht allein in der Änderung des Konsumverhalten, sondern in der Erkenntnis und dem Entgegenwirken der Verkultivierung des Menschen. Denn erst wenn die Menschen bereit sind, sich von ihren vermeintlichen Notwendigkeiten zu lösen, ihrem Luxus als Mindeststandard, werden sie wieder ihr Glück in der Einfachheit finden. Die größte Herausforderung ist somit der Mut zum Verzicht. Und genau da beginnt Freiheit: Beim Verzicht.

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Unser Eden-Projekt hat schon viel erlebt.

Viele Veränderungen, viel Entwicklung, viel Nachwuchs und auch einige Verluste. Ähnlich wie auf diesem Bild ist auch die Erinnerung an diese äußerst lieben und zutraulichen Zwergziegen in kaum sichtbare Ferne gerückt. Mich schmerzt es immer, wenn ein Tier von uns geht. Sei es der Greifvogel, der ein Huhn holt, ein Fuchs, der eine Ente/eine Gans zerfleischt, das Schicksal, das durch eine Giftpflanze zuschlägt oder auch ‚mal ein betrunkener Jäger, der einen Schafbock erschießt. Aufgeben kommt deshalb nicht in Frage. Bete und arbeite.

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