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Wozu in die Ferne schweifen…10 Tipps für einen regionalen Konsum

Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Glück ist doch so nah.

Wir alle haben schon einmal den Spruch gehört: Think global – act local. Zu Deutsch: Denke global – handle lokal. Jene Aussage verdeutlicht die Identität nachhaltigen Lebens wie keine andere. Denn genau dort, wo man sich befindet, beginnt das Miteinander, beginnt Liebe und Bewusstsein.

Globalisierung war einmal das Schlagwort einer wirtschaftspolitischen Epoche des Aufschwungs auch im Zuge eines geeinigten Europa-Gedankens. Und hält bis heute an. Wenn wir zurückblicken, also bis in die Kindheit oder für manche noch weiter, dann erinnern wir uns an die guten, alten Tante-Emma-Läden. Da waren Spezialitäten aus dem Ausland noch eine Besonderheit, Obst und Gemüse kamen aus regionalem bzw. lokalem Anbau. Mit der Zeit wurden die Geschäfte größer, auch das Angebot nahm zu und neben dem Vormarsch industriell gefertigter Lebensmittel und Fertigspeisen, verschwanden ganz schleichend auch die regionalen Produkte im Obst- und Gemüseregal. Dort, wo Regionalität vielleicht wenig Sinn gemacht hätte, wie beispielsweise bei Mangos, Ananas oder Bananen mag eine Zufuhr aus Übersee für viele nachvollziehbar sein, wenn auch die Betrachtung der Notwendigkeit eine ganz andere ist! Ich weiß noch, wie ich mich freute, als ich zum ersten Mal Erdnussbutter im Lebensmittelgeschäft entdeckte und Litschis. Alles, einfach alles Erdenkliche wurde im Laufe der Jahre zugänglich. Nur eines nicht mehr! Obst und Gemüse von nebenan.

Oder gab es plötzlich kein Nebenan mehr?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war das Heimische noch gewiss. Für meine Großeltern, die Kriegsgenerationskinder, war das Anpflanzen und Gärtnern, also das Selbstversorgen im kleineren Sinne selbstverständlich. Auch als sie das Land verließen und in die Hauptstadt Deutschlands zogen, kauften sie einen kleinen Garten, um ihn zu bewirtschaften und das natürliche Umfeld zu genießen. Vor wenigen Jahren noch konnte ich im Supermarkt kaum ein regionales Produkt in der Obst- und Gemüsetheke entdecken. Kakis aus Israel, Kartoffeln aus Ägypten, Tomaten aus Holland, Gurken aus Spanien, Knoblauch aus China, Bananen aus Costa Rica, Walnüsse aus Kalifornien und natürlich chilenische Avocados. Selbst sonst übliche, einheimische Lebensmittel wurden durch transportintensive, fremdländische Produkte ersetzt. Und so wurden dem Konsumenten, dem Endverbraucher sukzessive die regionalen Bezugsquellen im Supermarkt entzogen. Denn welcher Städter schaut schon genau auf die Herkunft der Produkte. Zumal jene heute durch Weiterverarbeitungsschritte ziemlich gut verschleiert werden kann. Hat ja auch etwas Weltmännisches, wenn man Speisen von überallher bekommt, etwas Besonders, wenn man orientalische Datteln und Feigen kaufen und die so beliebten amerikanischen Süßkartoffeln in seinen Gerichten verarbeiten kann. Und das zu jeder Zeit.

Glücklicherweise geht der Trend wieder in Richtung Lokalität und Regionalität. Doch im Sinne eines noch absatzmarktreicheren Credos, dem der Nachhaltigkeit, sollte dennoch Vorsicht geboten sein, denn nicht alles, was als ‚bio‘ und ‚nachhaltig‘ angepriesen wird, ist es auch.

Die Globalisierung mit Hilfe seines Allround-Mediums Internet hat aber auch einen enormen Fundus an Wissen freigelegt. Mit der uns zur Verfügung stehenden Technologie, dem so nie dagewesenen, geteiltem Know-How und der Manpower ist es möglich regional und erst recht national einen Lebensstandard zu etablieren, der uns unabhängig, autark und umweltbewusst eine über den Maßen bestehende Grundversorgung garantiert. Was ist falsch daran, dass sich eine Nation selbst ernährt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Selbstversorgungsgrad (SVG) Österreichs lag im Jahre 2016 bei Milch, Fleisch, Getreide und Kartoffel bei mehr als 100%. Bei Milch sogar bei 166%. Äpfel und Karotten lagen bei 95%, selbst Sojabohnen hatten damals schon eine Bilanz von 72% und Gemüse im allgemeinen bei 57%.

In Deutschland lag der Selbstversorgungsgrad im Berichtsjahr 2017/18 für Nahrungsmittel bei rund 88 Prozent.

Wenn es um existenzielle Bedürfnisse geht, sind viele Nationen, so auch Österreich, durchaus imstande sich selbst zu versorgen. Es schließt keinen Handel aus, aber schauen wir in die aktuellen Import- und Exportstatistiken Österreich aus dem Jahr 2017, so sieht man, dass allein im Import für Nahrungs- und Futtermittel mehr als 7,6 Mrd. Euro umgesetzt werden und im Export mehr als 7,3 Mrd. Euro.

Es ist doch enorm, welchen Warenverkehr es gibt. Dass quasi dieselben oder artgleiche Produkte an einer Stelle exportiert und an anderer wieder importiert werden. Und dass zum Beispiel nebenbei bemerkt in geldwerter Menge mehr pharmazeutische Erzeugnisse gehandelt werden als Nahrungsmittel und Kleidung!

Neben der Schweiz ist Österreich seit Januar 2020 das einziges Land weltweit, welches „käfigfrei“ ist, was die Hühnerhaltung betrifft – Österreich produziert jährlich fast zwei Milliarden Eier, was einem SVG von 87% entspricht – und dennoch werden pro Tag eine Million Eier aus Ländern importiert, in denen die Käfighaltung erlaubt oder der Regelfall ist. 45% Eiimport aus Deutschland (7% Käfighaltung) und noch 14% des Imports aus Polen mit 87% Legehennen in Käfigen!

Bei Fleisch beispielsweise wird trotz hoher Exportzahlen, auch viel importiert. Vom Rind gebe es viel, Geflügel braucht man. „Im Jahr 2018 hat Österreich insgesamt 13 Tonnen Rindfleisch (gekühlt und gefroren) aus Drittstaaten importiert, 11 Tonnen davon kamen aus der Schweiz. Im selben Jahr wurden jedoch unglaubliche 12.431 Tonnen Rindfleisch in Drittstaaten außerhalb der EU exportiert! Davon gingen 111 Tonnen nach Hong Kong, 15 Tonnen nach Kanada und 216 Tonnen bis auf die Philippinen!“ *

Energien, Zeit und Ressourcen könnten bei einer auf Selbstversorgung und umweltbewussten Handel ausgelegten Lebensweise einer Gemeinschaft/Nation in andere Produkte und Projekt investiert werden.

Wenn viel exportiert wird, kann oder muss auch viel importiert werden. Zum Beispiel: Dosenfutter (Konserven mit Obst, Gemüse, Eingelegtes, Tomatenmark und Fertignahrung) aus China. So als würde Gutes verkauft und mindere Qualität in Massen und für die Massen eingekauft werden.

Dabei ist Selbstversorgung keine Utopie, sondern nur eine Frage der Organisation, des Willens und der Erkenntnis der Notwendigkeit!

Fakt ist, je weiter man in die Stadt geht, territorial wie mental, denn auch auf dem Lande gibt es den mentalen Städter, der die Pflaumen von seinem Obstbaum verfaulen lässt und sich lieber das abgepackte Obst im Supermarkt kauft, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man sich selbst versorgt, sich regional ernährt. Die Bewertung des Lebensstandard, der aus manch anderer Sicht als Luxus bezeichnet werden kann, hängt immer von der Notwendigkeit ab. Und dies ist genau jener Punkt, jene Weggabel, an der sich die Geister scheiden. Muss denn alles immer und überall verfügbar sein? Für manche bedeutet das Freiheit – für andere ist, etwas nicht brauchen zu müssen, die wahre Freiheit. 

Das klassisches Beispiel: Braucht man frische Erdbeeren im Winter aus Spanien oder Übersee? Wenn man jene „braucht“, dann vielleicht die eingekochten aus dem Sommer der heimischen Ernte oder aus heimischen, bio-beheizten Gewächshäusern! Es wurden schon vor Jahrhunderten Lebensmittel eingeführt, die dann in unseren Breitengraden angebaut wurden und sich bis heute großer Beliebtheit und Beständigkeit erfreuen, zum Beispiel die Kartoffel. Und aus neuerer Zeit kann die Aloevera-Pflanze genannt werden, die mittlerweile gezüchtet und vermehrt wird. Besteht also noch die Notwendigkeit Aloevera-Produkte zu importieren? Die schon erwähnte Süßkartoffeln hat ebenfalls Einzug auf die Felder einheimischer Bauern gefunden.

Neben der Notwendigkeit ist auch das Maß ein entscheidendes Kriterium für eine umweltbewusste, ökologisch gesunde und nachhaltige Lebensweise.

Und nicht weniger wichtig ist wohl die Gesundheit von Geist und Körper, die sich aus der Lebensqualität und dem Selbstwertgefühl ergeben. Denn zu einer nachhaltigen Lebensweise trägt eben ein Volksbewusstsein bei, welches gemeinsam und gerecht seine eigenen Lebensmittel produziert. Ohne blinden Auges und unwissenden Gemütes Ausbeutung, Zerstörung und Verschwendung in der Welt zu unterstützen.

Meine 10 TIPPS für eine möglichst saisonal-regionale Ernährung und um das Beste aus seiner Situation herauszuholen:

1. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der erste Weg, um sicher zu gehen, um Klarheit über seine Situation zu erlangen: Kontrollieren Sie das Etikett, die Herkunft ihres Produktes!

2. Zu Saisonzeiten bestimmter Nahrungsmittel gleich eine größer Menge einkaufen und einkochen/einwecken. Das schont die Umwelt durch das Einsparen häufiger Transportwege. Der beste Rat ist der Vorrat. Man hat also für Notzeiten etwas auf Lager, von dem man 1. den Ursprung und 2. die Qualität kennt.

TIPP: Fahrgemeinschaften und Einkochtage mit der Familie, lieben Nachbarn oder Freunden bilden.

3. Auch bei Angeboten, Rabatten eine größere Menge günstig erwerben.

4. Bauernhöfe regional nutzen (siehe 1.) Dies gilt nicht nur für Obst und Gemüse, sondern auch für Milch- und Fleischprodukte.

5. Am lokalsten ist Ihr Zuhause. Je nach Platz lassen sich Gemüsepflanzen, Kräuter oder Obst selbst „anbauen“ oder züchten. Nutzen Sie jeden Quadratmeter Ihres Balkons, Ihrer Terrasse für einen kleinen oder größeren Permakulturgarten. Lassen Sie im Innenhof eines Mietshauses Hochbeete und einen kleinen Garten entstehen.

6. Die Abokiste, Obst und Gemüse von Bauernhöfen frei Haus geliefert.

              https://www.bio-austria.at/download/bio-kistl-anbieter-in-oesterreich

7. Werden Sie Mitglied in einer solidarischen Landwirtschaft.

              https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/solawis-ausserhalb-deutschlands

8. Augen offen halten! In Ihrer Stadt/Dorf gibt es sicher freistehende Obstbäume und Wiesenstreifen (Kräuter). Die gehören jedem und dürfen geerntet werden. Mittlerweile entstehen diese vermehrt durch engagierte Menschen.  https://www.soschmecktnoe.at/essbarestaedte

9. Die App Too Good To Go soll helfen, die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie zu reduzieren. In Österreich gibt es 438 Betriebe, die sich an dem Konzept beteiligen. Das Prinzip ist einfach: Restaurants, Cafés, Imbisse, Bäckereien stellen ihre überschüssigen Speisen kurz vor Ladenschluss ein, der Kunde kann sie anschließend reservieren und abholen.

10. Im Gespräch bleiben. Viele Bauern verkaufen gerne Teile ihrer Ernte, bemühen sich aber nicht explizit darum, weil ihnen neben dem eigentlich wenig lukrativen Geschäft mit Großabnehmern die Zeit fehlt und sie zweitens meist keine Marketingexperten sind, um ihre Produkte bestmöglich zu vermarkten. Doch im täglichen Gespräch mit anderen, erfährt man, was man nur durch ein solches erfährt und nicht durch das Internet. Auch alteingesessene Hofbesitzer, Privatiers im betagten Alter, die ihren Garten nicht mehr alleine bewirtschaften können und auch die Obstbaumernte nicht mehr alleine verarbeiten und konsumieren können gibt es mehr und mehr. „Im Gespräch bleiben“ bedeutet also auch die Gemeinschaft stärken. Bilden Sie ein Netzwerk unter Gleichgesinnten und Zulieferern, ein Netzwerk für Ihre lokale, regionale Gemeinschaft. Nutzen sie Amoremundo.com um sich dahingehend auszutauschen und zu unterstützen.

Einer alleine kann nicht alles schaffen, doch zusammen kann man vieles mehr erreichen! Wenn der Mensch sich seiner Möglichkeit und seiner Mündigkeit (außerhalb des Diktats durch Person oder Sache wie z.B. Konsum/Geld) bewusst ist, trifft er die Entscheidungen, die zwangsläufig gut für ihn und seine Gemeinschaft sind, in Liebe, Demut und Dankbarkeit.

Der Erfolg zeigt sich im Miteinander, den Anfang jedoch macht immer nur der Einzelne. Bei sich selbst.

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Quellen:

https://www.essbare-stadt-minden.de/wissenswertes/links-essbare-stadtewww.statistik.athttps://de.wikipedia.org/wiki/Selbstversorgungsgrad#Österreichhttps://statcube.at/statistik.at/ext/statcube/jsf/dataCatalogueExplorer.xhtmlhttps://www.derstandard.at/story/2000065223181/schmelzkaeseberge-und-bierseen-oesterreich-ist-weitgehend-selbstversorgthttps://bauernzeitung.at/oesterreich-isst-kaefigfrei-in-der-haltung-ja-aber-nicht-im-verzehr/* https://vgt.at/presse/news/2019/news20190813mn.php, www.gruenerbericht.at

Ökologischer Fußabdruck: Unsere Verantwortung?

Was für wenige vielleicht selbstverständlich ist, ist für andere Neuland. Die Liebe zur Natur und ein umweltbewusstes, nachhaltiges Handeln verlaufen nicht zwangsläufig kongruent zueinander. Und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – für den gesamten Planeten. Doch dank der immer stärker werden Präsenz in der Mainstream-Medien erlangt das Thema der Nachhaltigkeit ein öffentliches Interesse und fördert vermehrt ein individuelles Handeln. Musste man sich für Baumwolltaschen, die wenn überhaupt nur in geringer Stückzahl vorhanden waren, bis zum untersten Regalfach unterhalb des Förderbandes an der Supermarktkasse herunterbücken, da es vor Jahren zum Beispiel noch standardmäßig Einweg-Plastiksäcke (Tüten) gratis zu jedem Einkauf Discounter dazu gab, so sind nun fast ausnahmslos Mehrwegtaschen aus recycelten Kunststoff käuflich erwerbbar. Das ist ein ganz kleiner, aber nicht unwesentlicher Beitrag zu einem sauberen Zuhause, namens Erde. Denn ein Plastiksack verrottet ja nicht, sondern zerfällt in immer kleinere Teile, und das dauerte Jahrzehnte. Was wir hinterlassen ist leider weitaus mehr als die romantischen Fußspuren im Sand.

Was ist der Ökologische Fußabdruck?

Wie viel Fläche auf der Erde braucht ein Mensch, um so zu leben, wie er lebt.
Wie viel Fläche nimmt ein Unternehmen, eine Nation, eine Schule oder Haushalt in Anspruch, um die Wirtschaftsleistung oder den Lebensstandard zu gewährleisten, den es beansprucht.
Wie geht der Mensch mit Ressourcen um?
Genau gesagt, ist der ökologische Fußabdruck (ÖF) die auf Grundlage von Erdfläche veranschaulichte Form eines menschlichen Lebensstils und dem damit verbundenen (durch sein Verhalten) freigesetzten Kohlenstoffdioxid, sprich der individuellen CO2-Emission.

Die Basis für den Ökologischen Fußabdruck bildet also die „biologisch produktive Fläche auf der Erde“, welche benötigt wird, um eben den Lebensstandard eines Menschen zu ermöglichen. Somit ist der Ökologischen Fußabdruck heute ein wichtiger und wesentlicher Indikator für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften. Hierzu gehören zum Beispiel die Produktion von Nahrung und Kleidung, Energiegewinnung, sowie die Verteilung (Transport) und Entsorgung (nur bedingt, Müll-biologisch). Aber immer in Bezug zu einer planetaren Fläche (Wald etc.)

Die Betrachtung der Nutzung nachwachsender Ressourcen und CO2 Emissionen stehen dabei im Fokus. So sind Flächen wie Wälder, die CO2 binden, aber auch Rohstoffe liefern, Weide- und Ackerland, Baugründe/Siedlungsfläche und auch Energieflächen und Gewässer für Fischerei von Bedeutung; während für das globale Ökosystem nicht unwesentliche Regionen wie Wüsten, Gebirge, Eismeere etc. in dieser Methodik als planetar neutral betrachtet werden.
Ein Konzept, welches 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt wurde.          www.footprintnetwork.org

In welcher Maßeinheit wird der Ökologische Fußabdruck angegeben?

Da auf der Erde an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten unterschiedliches Klima herrscht, die Bodenbeschaffenheit (u.a. Fruchtbarkeit) und ökologischen Qualität stark von einander abweichen, verfügt jene naturgemäß über die unterschiedliches Ökosysteme und nicht über einheitliche, gleichförmige Flächen.
Daher braucht es einen der Biokapazität nach vergleichbaren Wert.
Jene Vergleichbarkeit der Länder/Gruppen wird mit dem Wert „Global Hektar“ (pro Person/Jahr) kurz „gha“ angegeben. Dieser soll die weltweit durchschnittliche Ertragsfähigkeit eines „normalen“ Hektars im biologischen Sinne verdeutlichen. Zur Umrechnung werden der Erntefaktor und der Äquivalenzfaktor angewendet. Zum Beispiel entspricht 1 ha Ackerland in Deutschland 3,6 gha.
Laut der Website des Global Footprint verfügt unser Planet über ein Erdoberfläche von ungefähr 51 GIGA-Hektar, wovon mittels deren Konzept jedoch „nur“ circa 12 Gha biologisch produktive Fläche kalkulatorisch berücksichtigt werde – von 14,94 Gha reine Landfläche. Setzt man diese Größe in Beziehung zur Weltbevölkerung (Stand 1.1.2019 7,67 Milliarden), dann ergebe sich eine Bedarfsfläche pro Mensch von knapp 1,6 ha.
Der Begriff BIOKAPAZITÄT gibt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Abgrenzung bzw. Hervorhebung zwischen, dem, was real zur Verfügung steht und dem, was in Anspruch genommen wird.
Verfügt unser Planet überhaupt über die biologisch-ökologische Kapazität (Ausmaß, Produktionsvermögen) die derzeit gelebten, menschlichen Bedürfnisse in ihrer Gesamtheit zu befriedigen. Auf längere Sicht und wie lange?
Der ökologischen Fußabdruck ist, ob nun persönlich oder in Beziehung zu einer ausgewählten Gruppe, genau jene theoretisch aber graphische Gegenüberstellung.

Welche Aussagekraft und Grenzen hat der Ökologischen Fußabdruck?

Methodisch ist das eine enorme Leistung, Flächen weltweit mit Hilfe ausgewählter Faktoren zu klassifizieren. Um eine möglichst realitätsnahe, aber ausreichend vereinfachte Darstellung zu garantieren, braucht es in der Methodik eben Abstriche. Sonst würde sich die Vergleichbarkeit in einer unüberschaubaren Komplexität verlieren.

Die Erde und deren Ökosystemen unterliegen permanent Veränderung, so kann die Biokapazität in wenigen Jahren stark variieren.
Vieles erfasst der Ökologische Fußabdruck nicht, was realistische individuelle oder nationale Darstellung verfälschen kann!
Beispiele: Biodiversität, Wasserverbrauch, (auch Versalzung, Versauerung der Meere), Atomenergie und -müll, Kunststoffproduktion, nicht biologischer Abfall, nichterneuerbare Ressourcen (fossile Brennstoffe), Umweltgifte und toxische Substanzen, Art der Bewirtschaftung einer Fläche.
Daten und Analysen gehen auf das GLOBAL FOOTPRINT NETWORK zurück.
Ein nachhaltiger Fußabdruck liege bei 1,7 gha (2013). Das sei jener Wert, den die Erde vermag biologisch zu leisten, also im Einklang mit menschlichem Verhalten stünde.
Tatsächlich liegt der weltweite Bedarf bei mehr als 2,8 gha. Das wird sozusagen aktuell ge-/verbraucht.
Anders ausgedrückt bedeutet das, der Mensch global 68% mehr in Anspruch nimmt, als theoretisch da ist.
Wie weiter oben genannt liegt der aktuelle menschliche Bedarf bei 1,6 ha bzw. jene Größe drückt aus, wie viel Hektar einem Menschen theoretisch zustünde, unabhängig von Größe, Alter, physischer Konstitution. Jedoch wird jener rein physikalische ha-Wert eins zu eins in einen gha-Wert umgewandelt, wenn er in Beziehung zu den nach spezifischen Kriterien für eine Fläche angewandten Methodik, betrachtet bzw. bewertet wird.

Beispiele in Zahlen:

TOP 3 des durchschnittlichen Verbrauchs einer Person (Daten aus 2016):
1. In Katar 14.4 gha , das entspricht fast 8,5 Erden
2. Luxemburg 12.9 gha
3. Vereinten Arabischen Emirate 8.9 gha

21. Österreich 6.0 gha , das entspricht 3,5 Erden
37. Deutschland 4.8 gha , das entspricht 2,5 Erden

TOP 3 in nationaler Gesamtbetrachtung:
1. China 5,200,000,000 gha (aber 3,6 gha pro Person!)
2. USA 2,610,000,000 gha (aber 8,6 gha pro Person!)
3. Indien 1,550,000,000 gha (aber 1,2 gha pro Person!

8. Deutschland 397,000,000 gha
52. Österreich 52,500,000 gha

Welterschöpfungstag: war im Jahr 2019 der 29. JULI

Der „Ecological Debt Day“ bzw. „Earth Overshoot Day“ ist jener mit Hilfe des Ökologischen Fußabdrucks errechneter Kalendertag im Jahr, an dem der Mensch durch sein Handeln die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht hat. Das heißt, dass ab diesem Tag, die Erde ihre Fähigkeit die in Anspruch genommenen Ressourcen zu regenerieren, nicht mehr im Stande ist zu leisten.
Ab diesem Tag beginnt das Ökologische Defizit der Erde oder einer Nation, denn die Biokapazität, also die Regenerationsfähigkeit, ist geringer als der Ökologische Fußabdruck, nämlich das, was in Bezug zu einer bestimmten Fläche verbraucht/gebraucht wird.
In Österreich war er im Jahr 2019 am 9. April.
Weltweit lebt der Mensch nun seit 1971 schon ökologisch defizitär und verbraucht mehr als eine einzige Erde hergibt.
80% der Menschen leben heute in Ländern mit einem ökologischen Defizit.
In Deutschland (2016) wurde der Wert der Biokapazität mit 1,6 gha pro Person ermittelt. Dem gegenüber steht der Wert des ÖF von 4,9 gha, woraus sich ein Ökologisches Defizit von -3,3 gha ergibt. In Deutschland übersteigt also der ÖF die Biokapazität um 199%, zwei Erden mehr!
Österreich BK 2,9 gha weniger 6,0 gha ÖF ergibt -3,1 gha Ökologische Defizit. Gesamt 107 % über der Biokapazität, gut eine Erde mehr!

 

TOP 3 der Länder mit dem höchsten DEFIZIT an Biokapazität:
• Singapore 9,950%
• Bermuda 5,260%
• Réunion 2,380%

Wenn die Biokapazität höher als der ökologische Fußabdruck ist, spricht man von einer Reserve an Biokapazität. Das ist leider weitaus seltener Fall und im prozentualen Vergleich für das globale Interesse leider auch wesentlich geringer.

TOP 3 der Länder mit der höchsten RESERVE an Biokapazität:
• Französisch Guayana 3,980%
• Suriname 2,750%
• Guyana 1,900%
(diese drei sind übrigens Nachbarstaaten im Nordosten Südamerikas)

Wenn man sich die Landkarten mit ihren Auswertungen zu den einzelnen Ländern genauer anschaut, kann man zu dem Schluss kommen, dass die afrikanischen Staaten oder alle anderen nicht-industrialisierten Länder mit der ihnen gegebenen Fläche sehr gut zurecht kämen. Gäbe es da nicht den westlichen Einfluss.
Weiter kann man feststellen, dass der ökologische Fußabdruck mit einer Steigerung an Luxus, der dann zum Lebensstandard wird, zunimmt.

Seinen ökologischen Fußabdruck online berechnen?

Jenes Tool veranschaulicht auf einfach Weise die von einem Menschen verursachten CO2-Emissionen. Dieses stellt nur einen Teil des Ökologischen Fußabdrucks dar. Es geht dabei nicht um eine exakte Berechnung, sondern um eine Vergleichbarkeit und Veranschaulichung mittels einfacher Fragen, die in ihrem Ergebnis einen Richtwert für ein bestimmtes Umweltverhalten wiedergeben.
Kriterien hierbei sind: Heizung/ He, Strom, Mobilität und das spezifische Ernährungs- und Konsumverhalten.
Zu der persönlichen Errechnung wird ein dem Land festgesetzter Sockelbetrag von ungefähr 1 gha automatisch hinzuaddiert. Das heißt, dass für staatliche, fixe Leistung, ob ich diese nun nutze oder nicht innerhalb meines Lebensortes CO2 emittiert wird. Dazu gehört zum Beispiel die bestehende Infrastruktur, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, öffentliche Dienstleistungen (Sport) und kulturelle Einrichtungen. Jene kann ich mit meinem persönlichen Verhalten schwer bis nicht beeinflussen. Daher bildet dieser Bereich in der Berechnung eine Konstante, die jeder mit trägt.
Jener dürfte ebenfalls von Land zu Land abweichen.
Alle Tests wollen mit dem Thema sensibilisieren, zum Nachdenken anregen und Tipps für ein nachhaltiges Leben geben.

DREI AUSGEWÄHLTE RECHNER in deutscher Sprache von einfach bis komplexer:

Rechner von BROT FÜR DIE WELT, 13 Fragen:
https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/

RECHNER VOM WWF, 25 Fragen:
https://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner/

UMWELTBUNDESAMT, je nachdem :
https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Die Ergebnisse weichen ob der Fragestellung und der damit verbundenen Statistik von einander ab. Alle Rechner sind vorrangig auf städtisches Leben ausgelegt.
Bei den ersten beiden Rechnern wird z.B. angenommen bzw. vorausgesetzt, dass man Kühlschrank und andere Geräte besitzt/benutzt oder eine bestimmte Konsumkultur pflegt. Nach eigenen Energiequellen wird nicht gefragt. Aber zur Veranschaulichung stellt das Ergebnis sicher einen angemessenen Richtwert dar, der bei beiden Rechner am Ende im Deutschland und weltweiten Vergleich aufgezeigt wird. Zudem wird an Weltkugeln veranschaulicht, wie viele Planeten die Menschen bräuchten, wenn jeder so leben würde wie man selbst.
Der dritte Rechner ist in seiner Angabemöglichkeit zur eigenen Lebenssituation detaillierter. Auch, wenn der absoluten Individualität zur Vergleichbarkeit auch Grenzen gesetzt sind. Man hat zum Beispiel hier die Möglichkeit die Heizart zu wählen und auch, wie man heißes Wasser aufbereitet. Doch auch hier fehlt die Betrachtung von Wind- und Solarenergie zur eigenen Stromerzeugung.
Auch im Bereich Mobilität wird davon ausgegangen, dass man einen eigenen PKW besitzt, wenn man Fahrten zurücklegt. Doch wenn man nur Mitfahrer für Bedarfsfahrten ist, kann schwerlich Angaben zu Verbrauch/Baujahr etc. machen. Wenn es um den Konsum geht, dann erhöht sich der Fußabdruck mit dem steigenden Budget, welches man im Monat ausgibt. Kaufe ich jedoch nachhaltige Produkte so sind diese meist immer teurer. Da hier eine Differenzierung nicht möglich scheint, bedeutet es also, wenn ich nachhaltig einkaufe, gebe ich mehr Geld aus. Gebe ich mehr Geld aus, steigt mein ÖF. Die Conclusio dürfte also klar sein.

Fazit:

Der Ökologische Fußabdruck sensibilisiert mit den Themen der Nachhaltigkeit und der CO2-Emissionen wie kein anderes Konzept.
Allein die Möglichkeit der sehr einfachen Ermittlung des persönlichen Ökologischen Fußabdrucks mit Hilfe eines Rechners ist ein populäres Mittel, das den Weg in Richtung Nachhaltigkeit als Mainstream fördert.
Auf der Internetseite des GLOBAL FOOTPRINT NETWORK finden sich eine beeindruckende Anzahl und Ausarbeitungen an Analysen und Statistiken mit eine retrospektivische Betrachtung bis zum 1961 zulässt.
Dennoch bietet der ökologische Fußabdruck kein ein spiegelgleiches Abbild tatsächlicher Gegebenheiten oder Umstände. Dazu lässt er zu viele wesentliche, umweltrelevante Bereiche außer Acht.
Zudem kommt die fragwürdige Eins-zu-Eins-Transferierung Wertes für einen nachhaltigen Fußabdruck von normalen, physikalischen Hektar in Global Hektar.
Parameter, die man nicht selbst erstellt und Bestimmungsfaktoren, die man nicht geprüft hat, sollten in ihrer zusammenhängenden Methodik oder Aussagefähigkeit immer kritisch betrachtet werden.
Denn zum einen steckt hinter jeder Produktivität eine Motivation, zum anderen erlaubt unser natürlicher Menschenverstand eine stets kritische, der Wahrheit, Allgemeingültigkeit und Relevanz nach kritische und vernunftsorientierte Betrachtungsweise.

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Quellen: data.footprintnetwork.org, www.planet-wissen.de/natur/umwelt/globaler_wandel/pwiederoekologischefussabdruck100.html, www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/, plattform-footprint.de/verstehen/global-hektar/, de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Fußabdruck

GEDICHTE-BLOG _ Gegenwartslyrik

Passend zum heutigen und jährlich wiederkehrendem Anlass habe ich einmal ein Gedicht verfasst, dass ich gern mit Euch teilen will. Zugegeben, ich war schon immer ein großer Freund von Harmonie, familiärer Verbundenheit, Zusammenhalt und der Liebe und des Gebens, aber eben nicht von Weihnachten. Denn schon in jungen Jahren hatte ich zu dieser Zeit und besonders in der hoch kommerzialisierten Vorzeit dieser für mich fragwürdigen Tradition ungute und beklemmende Gefühle. Ich empfand/empfinde eine starke, dem Konsum nach ausgelegte, Doppelmoral, die mich eben nicht besinnlich stimmt. Da können auch die vielen populistischen Weihnachtssongs nichts ändern. Wohl aber fühl ich mich mit dem glaubensrelevanten Hintergrund verbunden und gedenke demütig dem, was uns geschenkt wurde. Etwas, das in keine hübsche, für den Müll designierte, Verpackung passt. Leben und Liebe.

Es folgen drei Gedichte aus dem Buch “HERZVERWANDT”:

 

 

Ich bei Dir

Auf Suche nach mir selbst
machte ich bei Dir Halt.
Ich legte eine Pause ein
und alle Kleider von mir –
auch die der Seele.
Und schon war ich angekommen.

 

Die gute Tat

Ich ging einmal ins Kaufhaus,
es war Dezember zu Advent,
man meint, ein leuchtender Augenschmaus,
wenn oben am Baum das Sternlein brennt..

Alles beleuchtet, es funkeln die Kerzen,
wie man es halt so kennt,
es wärmen die Mützen und glühen die Herzen,
jeder Event ein Präsent
und jedes Präsent ein Event.

Es tönte laut die Weihnachtsmusik,
es roch nach Rum und Kakaos,
da sah ich eine Frau, die schwieg,
im Korb den Schokonikolaus.

Sie stand in einer Warteschlange
und flüstert dem Kinde zu,
da wurde meinem Herz ganz bange
und brüchig waren die Schuh.

Sie sprach zu ihrem Töchterchen,
es tue ihr ganz ehrlich leid,
dass sie kein Geld hat fürs schöne Püppchen,
vielleicht nächstes Jahr dann zur selben Zeit.

Das Kind an ihrer Hand,
die Augen gütig, doch stumm,
hielt fest des Trostes starkes Band,
mein Herz, es schlug im Vakuum.

Ein Mann wohl hörte, was ich sah,
er trat in feinem, sicheren Schritt
vorbei an Frau und ebenda,
schwarzer Mantel, schlicht adrett.

Fast flüsternd bat er um die Gunst,
die Ware zu bezahlen
und gab der Frau im Kandis-Dunst
noch reichlich Scheine, ohne für zu prahlen.

Sie weinte aus dem Stand,
doch er war recht genügsam,
wollte keinen Dank, verschwand,
genau so schnell er eben kam.

Und ich sah in seinem Auge,
was sein eigen Herz wohl hörte,
die Träne verbot er sich vielleicht,
doch das Pochen des Mitgefühls schallte seinen Leib.

Die Zuckerwatte blieb im Hals der andern,
die Münder standen still,
die Augen zuckten hin und her,
das Lächeln des Kindes ist wie die Ferse des Achill.

Ich sag es meinem Kind frei raus
denn ich mag nur echte Tradition,
es gibt ihn nicht den Santa Claus,
ist nur Erfindung, Illusion.

Versteht ihr wohl,
deshalb verachte ich diesen Trug
der heilen Welt und alles gut.
Denn die Wirklichkeit tut oftmals weh,
da hilft auch nicht der tollste Schmäh.
Solange die Liebe nicht regiert, meins,
der Mensch in Unheil sich verliert.

 

Seelenverbunden

Gehen Seelen Hand in Hand?
Und wenn der Tod uns scheidet
und einer von uns leidet,
sind wir im Herzen noch verwandt?
Besteht dann immer noch das Band?

Wirst Du auf mich warten,
wenn Du zuerst zu Hause bist?
Wenn ich dann noch verbleibe,
aushalte meine Frist?

Und können wir dann leben,
woanders, ewiglich?
Oder drehen wir noch einen Runde?
Zusammen, getrennt?
Ich weiß es nicht.

Mikroplastik: Auch wenn wir es nicht sehen, ist es da.

Ich erinnere mich an eine frühere Bekannte, die vor gut 15 Jahren sagte: „Unsere Generation, das ist die Generation Plastik. Sollten wir einmal untergehen, werden Altertumsforscher bei Grabungen auf eine dicke Plastikschicht stoßen.“ Das mag witzig klingen und das war es damals auch. Tatsache aber, es ist erschreckend real. Bei dem Thema Plastik (darüber werde ich einen separaten BLOG-Beitrag schreiben) geht es nicht nur um das, was wir sehen, und das ist schon erschreckend, wenn wir an die von Plastikmüll übersäten Strände in der Karibik denken oder Straßen und Flüssen voll verseuchtem Müll in Bangladesch, sondern auch darum, was wir nicht sehen, einatmen und konsumieren in Form von fester und flüssiger Nahrung, durch direkte und indirekte Aufnahme auch über Kosmetika.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden alle Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als oder gleich 5 Millimeter groß sind. Da es vom Plastik herstammt, ist es ein nicht natürliches Erdöl-Produkt. Basierend aber auf einer natürlichen Ressource.

Wo kommt es her? Wie entsteht es?

Es gibt drei grundsätzliche Wege, wie Mikroplastik entsteht. Erstens durch den Zerfall größerer Plastikteile, dem Prozess der „Verrottung“, wobei das Plastik nicht verrottet, sondern nur stetig kleiner wird, denn es sind Stoffe, die von Mikroorganismen nicht zersetzt werden.

Zweitens durch Abrieb oder Ablösen kleinster Partikel vom Plastik bei Gebrauchsmaterialien wie bspw. Abrieb von Autoreifen beim Fahren, Fahrbahnmarkierungen, Schuhsohlen, Ablösen beim Waschen von synthetischen Textilien wie Fleecepullis, Verwehung der Beläge von Sport-/Spielplätzen.

Und der dritte Aspekt der Entstehung von Mikroplastik ist durch seine Herstellung seitens Industrie, um die Wirkung eines Produktes (vermeintlich) zu erhöhen oder anzupreisen oder um letztlich Müll auf Kosten der Konsumenten zu entsorgen _ zu und auf deren Kosten.

Bleeching/Whitening Zahncreme mit Mikroplastik_Partikeln

Wo finden wir dieses Mikroplastik also wieder?

Neben der massiven Umweltverschmutzung, die nun jeden Winkel diesen wunderschönen Planeten mit Mikroplastik schon verunreinigt hat (Flüsse, Ozeane, Wälder, Wüsten, Arktis), findet man es in Kosmetika (Zahncreme, Peelings, Make up), auch gesundheits-medizinischen Produkten wie Kontaktlinsen_Reiniger, in Hygieneartikel (Seifen, Duschgels, Shampoos, Cremes) sowie in Putz- und Reinigungsmitteln (Scheuermilch und anderes).

Tatsächlich nimmt der Mensch (im weltweitem Durchschnitt!) bis zu fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte, eines DIN A 4 Blattes, einer Dattel ohne Kern, einem Teelöffel Butter oder einem Teelöffel Zucker.

Mich würde interessieren, wie viel des weltweit produzierten Plastikmülls nun in menschlichen Körpern ein- bzw. zwischengelagert ist. Das ist auch eine Form von Recycling!

Und wie wird es von uns aufgenommen?

Durch direkten Verzehr von kontaminierter Nahrung wie Muscheln, Fisch, aber auch Honig und Salz, Wasser. Durch das Einatmen von Luft. Auch beim Schlafen in Polyester-Kuscheldecken. Durch den Abrieb von Gebrauchsgegenständen im Nahrungsmittelbereich. Schneidebretter aus Kunststoff in Küche, Plastikbesteck, Kunststoffgeschirr und Aufbewahrungen, hauchdünne Folienverpackungen von Lebensmitteln. Durch die Mundhygiene, Zahncreme und Zahnseide.

Warum ist Mikroplastik ein Problem?

1. Es verändert, verschmutzt und zerstört Lebensräume und letztlich unseren Planeten.

2. Es gelangt in unfassbar großen Mengen in die Umwelt, Flüsse und Meere.

3. Es schadet den Tieren. Je nach Größe es Lebewesens im Verhältnis zum Mikropartikel schädigen jene das Gewebe mehr oder weniger und lösen gesundheitsbedrohende Reaktionen hervor, wie Verschlüsse, Entzündungen, Reizungen, innere Verletzungen, permanentes Sättigungsgefühl.

4. Es gelangt über den Nahrungskreislauf, über Plankton, das jenes Plastik aufnimmt, über die Tiere, die das Plankton essen, Tiere, die Tiere essen usw. wieder auf unsere Teller bzw. in unser Trinkwasser und somit wieder in unsere Körper und Mägen.

5. Es kann/wird Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben. Denn, was einst als Schleifmittel in Putzreinigern war, befindet sich irgendwann in unserem Magen-Darm-Trakt wieder und hat dort vermutlich eine ähnliche Wirkung. (Also was einst als Reinigungshilfe angepriesen wurde, verunreinigt in Wirklichkeit!)

6. Es kann nicht entfernt werden. Da jenes Mikroplastik so klein ist und kontinuierlich an Größe abnimmt, kann es nicht einfach am Strand aufgelesen werden oder aus dem Meer gefischt werden. Selbst das Filtern dürfte ein hochtechnisiertes und nicht so leicht zu realisierendes Unterfangen sein, wenn dies überhaupt irgendwann möglich sein sollte.

7. Die Oberflächenbeschaffenheit von Mikroplastik entspricht vergleichend dem eines Magneten. Es zieht Schadstoffe an. Das heißt mit dem Mikroplastik an sich, das schon gefährlich in seiner Aufnahme ist, nehmen Tiere und letztlich auch der Mensch die von Partikel angezogenen Umweltgifte mit auf.

Beispiele für den (Nicht-) Zerfall:

Ein Plastikbecher, der in der Erde liegt braucht angeblich 800 bis 1000 Tage bis er „verrottet“ ist. Wobei Verrottung eigentlich nicht zutrifft. Er zerfällt in immer kleinere Teilchen. Eine Plastiktüte braucht bis zu 20 Jahre bis sie zersetzt ist, eine PET Flasche bis zu 500 Jahre und eine Angelschnur 600 Jahre.

Wie werden Mikroplastik-Teile in Ingredienzlisten bezeichnet?

Eine Möglichkeit, um Mikroplastik in Produkten zu erkennen, bieten APPS wie CODECHECK oder TOXFOX. Jene zeigen bedenkliche Stoffe an. Hier eine Liste von möglichen Bezeichnungen schwer und nicht abbaubarer Polymere:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Nylon-12, Nylon-6
  • Polyacrylat (PA)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polypropylen (PP)
  • Polystyren (PS)
  • Polyurethan (PUR)

Information, wie jene die auch im Text wiederzufinden sind, gibt es ausführlich auf Seiten von BUND, WWF, Umweltbundesamt, Greenpeace. Aber auch die Stichwortsuche im Internet bringt viel Information und auch in Dokumentationen wird diese Thematik gut beleuchtet.

FAZIT:

Plastik zerfällt zu Mikroplastik und Mikroplastik zu Nanoplastik und so weiter. Und um ein extremes Bild zu zeichnen, müssen wir uns letztlich fragen, woraus unsere Ozeane mittlerweile bestehen? Ob wir tatsächlich noch Wasser in den Weltmeeren haben oder vielleicht schon eine „Suppe“ aus winzig kleinen Kunststoffteilchen unsere Kontinente umgibt. Immerhin sind laut einer Studie von 8 Millionen Tonnen Plastik, die im Meer gelandet sind nur 1 % „aufgetaucht“ bzw. wieder gefunden worden. Wo ist also dieses „vermisste Plastik“? Eine interessante Prognose besagt, dass, wenn der Konsum und die Müllproduktion von Plastik im gleichen Maße weiter geht wie bisher, bis 2050 dem Gewicht nach mehr Plastik als Fische im Meer schwimmen werden. Es ist deshalb wichtig, dass wir Konsumenten bereits darauf achten, was wir kaufen und konsumieren. Es liegt also auch an uns, dieser enormen Umweltverschmutzung entgegenzuwirken. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt, also fragt nicht nach Plastik, da wo es möglich ist! Ihr bestimmt mit Eurer Kaufkraft! Mit jedem Verzicht auf Plastik im Einkauf verringern Sie die Zahl des Plastiks auf Ihrem Teller. Und denen Ihrer Kinder. Es ist unsere Pflicht, unser Handeln zu ändern.

Autorin: Sabine Landon

Jener Artikel besteht aus Auszügen meines im kommenden Frühjahr erscheinenden Buches zum Thema Nachhaltigkeit.

Wie viel Müll wiegt der Wald?

Wer einen Baum pflanzt, wird den Himmel gewinnen. Konfuzius

Wie schön ist ein Waldspaziergang. Raus aus der Stadt, rein ins Grüne. Abschalten, ausspannen. Über weiches Moos laufen und dabei die Seele baumeln lassen. Den Duft des Waldes tief in sich aufnehmen und dabei alle Sorgen vergessen. Dem Rauschen des Windes durch Baumkronen und dem Gesang der Vögel im spielendem Sonnenlicht zwischen Zweig und Geäst lauschen und dabei das Wesentliche vom Unwesentlichen erkennen. Das oder so ähnlich mögen vermutlich die Gedanken und die Vorstellungen sein, die Stadtmenschen, Waldfreunde und Frischluftbegeisterte dazu veranlassen, zurück zur Natur zu kehren. Zumindest für ein paar Stunden.

Unberührte Natur erleben und die Ursprünglichkeit des Seins spüren?

Fehlanzeige.

Denn unsere Wälder sind verschmutzt, verdreckt, verseucht und vermüllt. Kaum ein Waldgänger oder Wanderer, der nicht auf Abfall und kleine oder größere Müllhaufen stößt. Ein totgeschwiegener Skandal. Es ist eine Schande. Für viele, jene Umweltsünder, scheint es ein leichtes und bequemes Unterfangen zu sein, mal eben von der Landstraße in einen Forstweg einzubiegen, um sich seinem Mist und seiner Ich-weiß-nicht-wohin-damit-Habe in einem unbeobachteten Waldstück zu entledigen. Wenn selbst an der tiefsten Stelle des Meeres die Überreste menschlicher Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit gegenüber der Natur zu finden sind, dann wohl erst recht im Waldstück nebenan.

In den meisten Fällen werden die Verantwortlichen, jene schuldigen Ignoranten und Umweltverschmutzer selten zur Rechenschaft gezogen, denn erstens liegen manche Deponien schon Jahrzehnte in unseren Wäldern, zweitens ist ein über hunderte Hektar großer Wald selten bis nie videoüberwacht oder überhaupt überwacht und drittens wird Umweltkriminalität im „kleinen Stile“ aufgrund von fehlenden Investigationen selten aufgedeckt. Welchen Schaden jedoch jenes dumme und rücksichtslose Verhalten hat, sehen wir an unserem Klima und unseren nicht mehr gut funktionierenden Ökosystemen, wobei auch hier noch viel mehr Missverhalten eine Rolle spielt. Und das Ausmaß dieser noch nicht erkennbaren und abschätzbaren Katastrophe, ist ähnlich einem Eisberg. Oftmals und zuerst sehen wir lediglich die Spitze.

Wie auch in unserem Fall.

Wir lebten nun schon einige Wochen am Areal und begannen mit den erstenGestaltungen für Beete und Obstreihen. Zu jener Zeit, wir waren gerade zu dritt, erkundeten wir oft den umliegenden Wald. Neben uns, hinter uns und vor uns, mit einer kleiner Straße dazwischen, riesige Waldflächen. Unsere ersten Beete entstanden um den prächtigen Mammutbaum inmitten des Areals. Wir schufen anfangs eine Ringstruktur für unseren Anbau, wobei am Fuße es Mammutbaum ein Kräuterkreis entstand und mit den Jahren wirklich schön auswuchs.

Wir mussten natürlich Grasflächen abheben und umgraben. Und dabei fanden wir des öfteren Unrat wie Porzellanstücke, sehr alte Munitionsreste, Hufeisen, Teile von mechanischen Fallen und Ziegelbruch. Ich empfand es damals als zwar störend und merkwürdig, dachte mir aber nichts Grundsätzliches dabei. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein Archäologe, der neben schönen Quarzsandsteinen beim Spatenstechen und Schaufeln eben auch mal Überreste vergangener Zeiten fand und manchmal sogar danach ersann, Gold zu finden.

Wir entdeckten auch schwarze Stellen auf der Wiese, die sich später als vergrabene Holzkohlenüberbleibsel herausstellten und beim Spazieren im Wald fielen uns erstaunlich viele Glasscherben auf. Irgendwann kam ich mir auch nicht mehr vor wie ein Altertumsforscher, sondern wie ein Umweltkriminalist. Und irgendwann bekommt man für Deponien einen Blick. So wie Tom. Immer da, wo entweder ein kleiner Teil, wie bei einem Eisberg, sichtbar und leicht vom Waldboden bedeckt ist, so als würde sich dieser schämen und den Unrat nach und nach mit seinem Humus, Moos und Blattwerk zudecken zu wollen schien oder dort, wo ein kleiner Hügel ist, auf dem sich schon vollends eine Schicht aus Erde, Gras und Moos gebildet hat. Einem eher sparsamen Bewuchs, der nicht homogen mit der ihm umgebenen Erde zu sein scheint. Anfangs entsorgten wir den Unrat selbst, doch es nahm und nahm kein Ende. Wir bastelten uns also Fähnchen, banden sie an Hölzer und markierten, was wir fanden. Und zwar im unmittelbar angrenzenden Wald außerhalb und leider auch innerhalb des Areals. Wir sprechen von einer ungefähren Fläche von 3 ha.

Insgesamt entdeckten wir 37 Deponien im jeweiligen Ausmaß von 1 – 40 m² bis in 6,5 Meter Tiefe und einem ungefähren Gewicht von jeweils 5 kg bis 15 Tonnen.

Zusammengerechnet ergab das ca. 25 LKW Ladungen mit 360 Tonnen Müll.

Wir können deshalb davon berichten, weil wir das zuständige Forstamt informierten und dafür Sorge trugen, dass die Deponien ausgehoben und der Müll abtransportiert wurde.

Massen- und Mengenmäßig bestand der Hauptteil des Unrats aus Schutt, Ziegelbruch und Bauresten. Doch tatsächlich setzte sich der Unrat wie folgt zusammen:

Ziegel, Folien, Planen, LKW Batterien,Treibstoffkanister, Eternitplatten (Asbestfaserplatten), Bitumen (Asphalt) Motorräder, Fahrräder, Wannen und Behälter, Sägen, Messer, Gartengeräte, Werkzeugreste, Kunststoffzäune, Kabel, Reifen, Drähte, zerbrochenes Glas von Flaschen und Geschirr, Keramik, Schüsseln, Plastikverschlüsse, Metallfarbdosen, Blechdosen, Medikamentenüberreste, massenweise Tabletten und psychopharmakologische Produkte, Aluminium und Blechteile, Eisenstangen, Lederwaren, Schuhe, Stiefel, Kleider, militärische Ausrüstungsreliquien, kaputte Alltagsgegenstände, Kinderwagen aus den 50ern, Ölteppiche und Seifenmulden. Alles, was irgendwie der menschlichen Zivilisation zuzuordnen war

Und sogar eine Glasflasche des braunen Lieblings_CO2 Gesöffs der Zuckergeneration fanden wir, natürlich.

Es brauchte zwei Einsätze von jeweils 2 Wochen mit einer ungefähren Anzahl von 15 Arbeitern, darunter Holzfäller und Forstarbeiter und Fahrer: Bagger, Traktoren, LKW, Muldenkipper, Harvester, Holzbergemaschinen.

Wie die Waldwege ausschauten, nachdem tonnenschweres Gerät hindurchfuhr, kann man sich vorstellen. Meterhohe Reifenspuren und -rillen schoben sich in die nun nicht mehr unberührte Waldlandschaft und verbreiterten die einst romantischen Waldwege in eine baustellenartige Matschbahn. Und auch Bäume mussten gefällt werden (wie mir das Nahe ging), damit die riesigen Fahrzeuge ausreichend Platz zum Passieren hatten. Baumzweige mussten abgesägt und Äste entfernt werden, damit auch diese keine Kratzer und Schäden an Fahrzeugen hinterließen.

Da es ein offizieller Einsatz des zuständigen Forstbetriebes war, musste jener Unrat auch offiziell beseitigt/recycelt werden und ist vermutlich nicht in einem anderen Waldstück wieder vergraben worden. Giftstoffe mussten getrennt von einander entsorgt werden.

Auf dem Areal selbst wurde unfassbar viel abgetragen, ausgehoben und entsorgt, weshalb ein völlig neues Erscheinungsbild des Areals entstand. Wo einst Blühwiesen waren, fanden wir nun kahle, braune Erdflächen vor. Und das über viele Wochen lang. Dort, wo vorher massive Baumkronen mit ihren Zweigen und Ästen fast den Erdboden berührten und Fichten und Eschen einen natürlichen Sicht-und Witterungsschutz boten, war nun an vielen Stellen Leere. Und zudem, da ja mengenmäßig etwas fehlte, entstand so etwas wie ein Erdungleichgewicht. Wir brauchten also wieder neue Erde und Humus. Es wurden somit für unser Areal 15 LKW Ladungen Erde von einem anliegenden Bioagrarland gebracht. Jedoch reichte diese nicht aus, weshalb im Zuge der Arbeiten unser Teich ausgehoben wurde. Auch eine Böschung entlang der Grundstücksgrenze entstand.

Es sei anzumerken, dass das Areal des Eden-Projekts innerhalb eines Forstgebietes liegt, weshalb nur Mutterboden nicht artfremden Erdreiches eingebracht werden durfte. Erde ist nicht gleich Erde.

Fast das gesamte Areal musste neu gerecht (Rechen) und natürlich auch gesämt bzw. gesät werden, was Tom allein leistete. Es bedurfte einiger 100 kg Säcke Gras -und Blühwiesensamen und vieler Wochen bis alles wieder grünte.

Gesamtkosten der Dekontamination beliefen sich auf 120.000,00 Euro.

Jene Kosten, der Aufwand und die Arbeit stehen in keinem Verhältnis zu dem, was es bei richtiger und vernünftiger Entsorgung gekostet hätte. Die Schäden an Wald und Tier lassen sich nicht beziffern.

Nach den Jahren geht es den Waldwegen wieder gut. Sie sind schön zugewachsen und unser Areal ist zu 75% müllfrei. Warum nicht 100%? Weil ein Teil der Deponien aufgrund der Gefahr des Absinken unseres Hauses durch einen Erdrutsch belassen werden musste und nicht das ganze Grundstück umgegraben wurde, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass da noch einige „Leichen“ liegen.

Ich schließe heute mit den Worte John Muirs und einer Überzeugung, die mich eben dieses Leben so leben lässt.

And into forest I go, to loose my mind and find my soul.

 

Ein Beitrag des Eden-Blogs

Nachhaltigkeit und Müll

Stimmt das? Produzieren wir wirklich so viel Müll, wie uns die Statistiken lehren?

Es ist schon eine Herausforderung, Müll zu reduzieren oder so wenig, wie möglich Müll zu produzieren. Die Motivation nachhaltig zu agieren, entsteht beim Individuum; ein übergeordneter Erfolg von Nachhaltigkeit ergibt sich erst oder nur durch ein Miteinander. Die Natur gibt uns ihr Feedback und das Ergebnis vom bewussten Leben bemisst sich leider am Schwächsten.Bevor ihr zu Ende lest, schaut Euch bitte einmal das Bild an. Der Müllsack hatte ein ungefähres Gewicht von 2 bis 2,5 Kg, Volumensangabe auf der Verpackung 50 L.

Wie lange bräuchtet ihr (alleine oder als Familie), um diesen Sack zu füllen? Stunden? Einen Tag? Mehrere Tage?

Mich bekümmert dieses Thema, wie viele von Euch, sehr, da auch jedes gute Engagement des Einzelnen von der Großindustrie auf eine harte Probe gestellt wird. Sie sind es, die immer weiter bestimmte Stoffe verwenden und weiter produzieren, nicht, weil es Käufer/Abnehmer gibt, sondern, weil sie wissen, dass es ob einer mangelnden Alternative gekauft werden wird, also, weil es ihnen Geld bringt. Und auch wenn es um die Einwegverpackungsgepflogenheit geht, besteht die Schuld am Mülldesaster nicht allein seitens des Endverbrauchers. Es ist leicht dem Konsumenten die Verantwortung zu übertragen, wovon viele in der Stadt leben und es schwer bis unmöglich ist, sich selbst zu versorgen. Was der Umgang und das grundsätzliche Verhalten mit einer Sache betrifft, schon eher. Doch ist es eben nicht selbstverständlich, dass es einen Biohof oder regionale Produzenten gibt, bei welchen man müllfrei, also ohne Verpackung einkaufen kann, wenn man als bspw. alleinerziehende, berufstätige Mutter ohne Auto sein Leben bewältigt oder eben ein betagter Rentner ist. Und natürlich ist es für viele eine Frage des Geldes.

Jedes Mal, wenn ich zum Müll gehe, um etwas weg zu werfen, dass nicht verrottet oder in einen unkomplizierten, umweltakzeptableren Vorgang der Natur zurückzuführen werden kann oder auch Recycling, habe ich ein schlechtes Gefühl. Alles zu verbrennen scheint attraktiv, ist aber auch keine Lösung. Und auch, wenn es darum geht, Vorräte anzulegen, wird jenes Unterfangen schwierig. 

Denke ich an Naturvölker wie die Inuit, die Tschuktschen, Jakuten und weitere Eskimos, an jene auf dem südamerikanischen Kontinent wie die Yanomami, die Xingu, die Huaorani, an jene in Afrika lebenden Stämme der Pygmäen, die Massai oder auch an die Dayak auf Borneo, dann weiß ich, dass es möglich ist, ein Leben ohne Umweltverschmutzung zu führen. Jene Völker werden zu unrecht als rückständig bezeichnet. Denn der ach so zivilisierte, hoch intelligente westliche Mensch bekommt die einfachste Sache nicht auf die Reihe. Nämlich im Einklang mit der Natur zu leben. Und er ist genauso ein Teil der Natur, wie alle anderen Lebewesen, die, in welcher Form auch immer, aus ihr hervorgegangen sind.

Auch für mich ist ein derartige Leben, welches die indigenen Völker führen unvorstellbar. Mich halbnackt zu bewegen, mir aus Bärenfellen Schuhe zu nähen oder Moos für weibliche Angelegenheit zu nutzen. Dass muss es auch nicht. Dennoch widerstrebt mir die sinnbefreite Verschwendungslust, Habgier, Größenwahn und Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Ich denke, es ist eine grundsätzliche Einstellung, wie ich leben will und worauf ich verzichten kann. Was brauche ich wirklich zum Leben? Damit meine ich nicht nur Dinge, sondern auch Handlungen. In meinen Augen ist das Konsumverhalten, mangelnde Umwelterziehung und die Unverbundenheit der Menschen arg aus den Fugen geraten ist.

Global ist für mich kein Begriff des Fortschritts, sondern des Rückschritts, da die Maßlosigkeit in ihrem Warenverkehr und dem Umgang mit der Natur so prägnant und erschreckend sind. Zugegeben, ich esse gern Ananas, Sojaprodukte, Reis und Schokolade. Es dürfte jedoch kein Problem sein, jene beliebten Produkte regional anzubauen oder in einen vernunftsorientierten Austausch zu treten.

Mir fällt Müll einzusparen schwer. Doch wo eine Wille ist, ist auch ein Weg, sagt man doch. Habt ihr meine Frage noch im Kopf? Wie lange bräuchtet ihr, um jenen gelben Sack zu füllen? Hinzugerechnet werden muss auch jener Müll, den ihr außerhalb Eures Heimes produziert und in „fremde“ Mülleimer werft.

Jener Sack mit schätzungsweise 2,5/3 Kilogramm wurde von einer 6-köpfigen Familie, mit der unbedingten Motivation Müll zu sparen, innerhalb einer Woche gefüllt. Unserer.

Es ist komisch, seinen Müll zu zeigen. Doch was meint ihr? Ein Erfolg?

Wisse, dass jedes positive Handeln und wenn es noch so nichtig erscheinen möge, ein positives Ergebnis nach sich zieht. Wisse, dass vieles Kleine zusammen Großes bewirken wird.

Wenn wir darüber sprechen und uns gegenseitig motivieren und helfen, dann werden wir zusammen erfolgreich sein und das kleine Engagement des Einzelnen zu einem größeren gemeinsamen und sichtbaren Erfolg führen.

Zusatz: Die durchschnittliche Menge an produziertem Verpackungsmüll in Österreich liegt bei ca. 156 Kilo, also ungefähr 3 kg Müll pro Person/Woche. Also 6x soviel wie unser kleiner Wochenerfolg. Es geht nur um Verpackungen, nicht um Müll im Gesamten (kommunaler Abfall), wo auch noch Biomüll, Restmüll, Papier, Familienmüll, Anteile Supermärkten, Fabriken, Transport etc. zugerechnet würde. Die Gesamtmüllmenge pro Kopf und Jahr beträgt in AUT an die 500 kg. Zum Vergleich Deutschland: Verpackungsmüll mit ca. 220 Kg und Gesamtmüll über 600 kg.

 

GEDICHTE-BLOG _ GEGENWARTSLYRIK

DREI GEDICHTE AUS DEM BUCH “FELSENFEST”

 

Felsenfest

Endlich kann ich wieder fliegen
und mich schwebend wiegen,
im Wolkenbette liegend treiben lassen
und jedes Ungemach verpassen.
Das ist nun nicht mehr meins,
vielleicht ihres oder sein’s.
Es betrifft mich gar nicht mehr und
treffen tut’s mich auch nicht mehr.
Und bin ich in den Lüften nicht,
so steh’ ich wie ein Mammutbaum,
eins mit Wald und Tier,
felsenfest zu mir.

 

Stadtkind

Ich baue Dir im schönsten Wald
auf dem stolzesten der Bäume
ein Holzhaus – nur für Dich.
Doch reicht dies leider nicht.

Das Vogelzwitschern kennst Du kaum
und auch ist Dir die Flora fremd.
Magst lieber Film und Comic schau’n,
bist vor dem Fernseher eingepennt.
Funkel, Glitzer, flüchtig Glück,
bist von dem grellsten Schein verzückt.

Schlendern, kaufen, konsumieren,
huschen, hetzen, hecheln,
im überfüllten Nichts verlieren,
zeitgemäß es weg zu lächeln.
Spannend, voll von Abenteuer,
der schnelle, laute Großstadtwald,
und ob des Herzens kurzes Feuer,
ein Stadtkind wird oft einsam alt.

 

Herbst

Ist wie die Erinnerung an eine Liebe,
ist wie die Gewissheit, dass Du nicht allein bist,
ist wie die Umarmung des unentschlossenen Windes,
ist wie das sturmdurchwühlte Flehen dem Altern zu entgehen,
ist wie die schönste Traurigkeit geküsst von der orangefarbenden Abendsonne.

 

 

 

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Alle drei Gedichte sind aus dem Werk „FELSENFEST“ von Sabine Landon, erstmals erschienen am 8. Mai 2016
Alle Rechte © für sämtliche Texte und Photos liegen bei der Autorin selbst. Jegliche Veröffentlichung/en und Verwendung ausschließlich nach schriftlicher Genehmigung.

Nachhaltigkeit mit Amoremundo

ESSAY-REIHE _ HAND AUFS HERZ – Nachhaltigkeit mit Amoremundo

Ist ein globales Umdenken möglich, bevor es vielleicht zu spät ist? Also ein Umdenken, welches die Gesamtheit der Menschen unserer wunderschönen Erde im Geiste erreicht?

Es mag fast ein bisschen trendy anmuten, wenn man sich mit den Begriffen „no plastic“, „zero waste“, „müllfrei“ „nachhaltig leben“ oder „ecofriendlyliving“ schmückt. Denn umweltbewusst zu leben, gewinnt mehr und mehr an Aufsehen und Ansehen.

Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Menschen, die ihr naturfreundliches Engagement in sozialen Netzwerken präsentieren, indem sie ihre organisch-ökologischen Errungenschaften für den Alltag bildlich und textlich vorführen, Rezepte zu DIY Hygiene- und Pflegeprodukten teilen, vegane Lebensmittel und ihre Beschaffungsmöglichkeit aufzeigen, von ihren Erkenntnissen berichten und allgemeine Tipps zum Verhaltenskodex geben. So kann man eine Menge lernen.

Nachhaltig zu leben oder keinen Müll zu produzieren, dürfte eigentlich gar nicht schwer sein.

Betrachten wir einmal, die Yanomami, die Inuit, die Dayak oder auch die Pygmäen – um nur einige wenige Naturvölker zu nennen, dann ist ein Leben in und mit der Natur möglich und friedlich.

Selbst wenn es darum ginge, Lebensmittel/Erzeugnisse in großen, riesigen Mengen zu produzieren, sollte es eigentlich kein Problem sein. Der Mensch ist doch so intelligent oder nicht? Oder braucht es das gar nicht? Müsste für eine gemeinschaftlich nachhaltige Lebensweise unsere bisherige Gesellschaftsstruktur einmal ordentlich durchgeschüttelt und neu aufgestellt werden?

Die vermeintlichen, rückständigen Völker leben den wahren Fortschritt, denn sie sind zerowaste, plastikfrei und unverpackt. Es sei erwähnt, dass für mich der Fortschritt mehr mit dem Hinfortschreiten zu tun hat, also mit dem Entfernen von einer guten Sache, als mit Entwicklung, Verbesserung oder einem Schritt nach vorne.

Der Gedanke und die Bewegung der Nachhaltigkeit zeigt sich in vielen Bereichen des Lebens und berührt das Menschsein im Ganzen und nicht nur beim Einkaufen, beim Reisen oder von 8 bis 12.

Jene Blog-Reihe HAND AUFS HERZ – Nachhaltigkeit mit Amoremundo will eben diese Bereiche einzeln betrachten, um das größere Ganze zu verdeutlichen. Dabei geht es um Themen wie Müll, Kultur und Lebensweise, BIO, Transport, Pharmazie, Reisen/Tourismus, Events, Energie, Wasser, Kinder (Erziehung/Bildung), Haushalt, Nahrung, Kleidung, Kosmetik.

Für den Einzelnen mag ein nachhaltiges Handeln Sinn machen, doch erst im Miteinander werden Ergebnisse massiver und für alle erkennbar und spürbar.

Mein Anliegen ist es, jedem Leser etwas mitzugeben, dass ihn zum Umdenken animiert. Denn wo das Umdenken beginnt, wird ein Umhandeln folgen. In meinem Alltag stärkt mich besonders ein Gedanke bzw. eine Vorstellung: Nicht einer alleine muss alles können und schaffen, sondern, wenn jeder etwas tut, und schrittweise immer ein kleines Bisschen mehr, dann entsteht eine sichtbare Veränderung und es beginnt globale Nachhaltigkeit.

Das EDEN-PROJEKT _ Biodiversität der Fauna

BIODIVERSITÄT DER FAUNA – Wilde, heimische Tiere

Der Wald gehört uns nicht. Er war da, als wir schon waren und wird es, so Gott will und der Mensch ihn nicht zerstört, noch lange nach uns sein. Wir dürfen in ihm leben. Wir dürfen leben. Genau wie die Tiere. Und wie wir zu sagen pflegen: Sie gehören nur sich selbst und dem lieben Gott. Dass wir Nutztiere haben und sie mit uns leben, heißt nicht, dass sie nicht frei sind. Nutztieren sollte ein artgerechtes Leben ermöglicht sein.

Wir sind zudem dankbar über jedes wilde Lebewesen, was seinen Weg zu uns findet und uns an seinem Lebensrhythmus teilhaben lässt.

Viele Geschöpfe kreuzten im Laufe der Jahre unseren Weg und schenkten uns wunderbare Erlebnisse.

Zu Beginn, als das Areal noch nicht eingezäunt war, besuchten uns Fuchswelpen. Die waren wirklich herzig und zu Recht sehr scheu. Sie kamen nach der Dämmerung und wir beobachteten sie durch die Spalten der verschlossenen Fensterläden. Auch schlich sich eines Nachts im Vollmondschein ein erwachsener Verwandter ihrer zu uns und stritt wohl, auf einem unserer ersten Hügelbeete stehend, mit seinem Echo, welches aus dem Wald widerhallte. Dieses andauernde Gebell holte uns aus dem Schlaf und direkt in unseren bewaldeten Dschungel.

Eines Morgen stand eine prächtige Hirschkuh zwei Meter von unserem Schlafzimmerfenster entfernt und äste im Morgengrauen. Im ersten Sommer knisterte und zischte es eines Abend nach Sonnenuntergang an der Nordseite des Hause derart laut, dass ich erschrak und im Schutzinstinkt erstmal die Haustür schloss. Wir lebten nun schließlich mitten im Wald, da ist eine gewisse Vorsicht zu späterer Stunde verständlich und ratsam. Es waren hunderte von Glühwürmchen, deren kurzzeitiges Aufleuchten und wieder Verglimmen im sich wiederkehrenden Spiel so eindrucksvoll war, dass ich in diesem wundersamen Augenblick ein Gefühl der absoluten Demut einhergehend mit Freude und Verzückung empfand, welche ich nie vergaß. Ein schier unaussprechlicher Segen.

Einmal verfing sich eine Fledermaus in einem Spinnennetz. Nein, die dazugehörige Spinne war nicht größer als unser nachtaktiver Freund. Tom befreite sie und sie flog davon.

Eines Nachmittag sah ich durch das Stubenfenster plötzlich einen riesenhaften Schatten auf der Wiese am Mammutbaum kreisen, der wieder verschwand und kurze Zeit später wieder auftauchte. Wir trauten unseren Augen kaum, ein kapitaler Schwarzstorch war wohl auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Er flog so tief und landete kurz beim Teich. Ich wünschte mir so sehr, dass er wieder käme, doch nach diesen wenigen Minuten sah ich ihn nie wieder.

Es gab auch Wildhasen, die oftmals über die Wiesen sprangen und sogleich wieder verschwanden.

Jährlich nisten die Bachstelzen am Dachfirst, dutzende Kröten paaren sich im Frühjahr und wandern nach dem Laicherfolg zu hunderten, kleinen Nachkommen über die Wiesen in Richtung Wald. Das Eichhörnchen hört man mit dem Eichelhäher streiten und über die Wiese schnell und doch nicht unbemerkt zum Mammutbaum flitzen. Und dieser im Zentrum gen Himmel gewachsene, prächtige Riese bietet/bot seinen ganz eigenen Lebensraum für vielerlei Vögel, z.B. Taube, Meise, Grünfink, Dompfaff, Specht, Kleiber, Zaunkönig, Rotkehlchen.

Ein oder mehrere Maulwürfe behügeln fortlaufend unsere Grünflächen und Pflanzbereiche der Bäume. Die Mäuse schauen uns frech von den Füßen hoch und sausen ins nächste Loch, wovon es unzählige gibt. Nach dem Verlassen werden jene Löcher/Bauten Jene dann von den geliebten Eidechsen bezogen. Und die Blindschleiche liegt uns besonders am Herzen. Füchse, Marder und Sperber kamen auch oft und holten sich das eine oder andere Tier. Und auch andere Greifvögel halten regelmäßig Ausschau. Einmal waren wir Zeuge eines Überlebenskampfes eines Amselhahnes, wobei sein Angreifer der Falke gegen das Abflussrohr der Regenrinne donnerte.

Was die Insektenwelt betrifft, so hatten wir seit Beginn jährlich außergewöhnliche Begegnungen. Denn zu unserer Überraschung schlägt immer eine Art zahlenmäßig aus der Reihe.

Im ersten Jahr waren es komische, schwarze Fliegen. Also keine normalen Stubenfliegen, die so schnell, ja fast nervös an einem vorbeizischen. Eher langsame, denen man mit dem Zeigefinger folgen konnte. Teilweise waren unsere Hauswände ganz schwarz und manchmal hatte ich den Eindruck, als würde ein grau-schwarzer Schleier die Sicht trüben. Millionenfach. Tagelang. Nach dem ersten Jahr habe ich diese Tiere nie wieder gesehen.

Im zweiten Jahr waren es giftgrüne bis türkis schimmernde, wanzenähnliche Käfer, die unser Obstbaumlaub und alles andere angefressen haben. Wir versuchten sie einzusammeln. Auch diese Art blieb unserem Grundstück in den darauffolgenden Jahren größtenteils fern. In diesem Jahr habe ich vielleicht ein oder zwei gesehen.

Im dritten waren es Junikäfer/ Maikäfer und Fliegen. Letztes Jahr Wespen, Hornissen und Riesenspinnen, die ihre Netze von Fichten zu Tomatenpflanzen sponnen.

Und in diesem Jahr sind es Heupferde/Heimchen/Grashüpfer. Tausendfach. Wenn das mal reicht. Bei jedem Schritt sprangen dutzende vor einem davon.

Allerdings sei zu erwähnen, dass die Arten ausdünnen. Zumindest ist das unser Eindruck. Die Singvögel werden weniger genauso wie die Insekten.

Dieser kleine Freund befand sich mutterseelenallein unterm großen Apfelbaum. Nach ein paar Minuten vertrauenswürdiger Handwärme nahm er auf einem jungen Klarapfelbäumchen Platz, um schließlich aufgeregten Flügelschlages dem wiederkehrend rufenden Zwitschern seiner Mama zu folgen.

 

 

 

 

 

DIE BUCHROTSCHWANZ_RAUPE: Sie verirrte sich in eine Scheibtruhe/Schubkarre und wir setzten sie zur Buche zurück

 

 

Was für ein besonderer Moment. Das zu erleben, gehört wie so viele Begegnungen in und mit der Natur zu den Wundern im Leben. Als zum ersten Mal ein Schmetterling auf meinem Arm Platz nahm, war ich erschrocken und verzückt zugleich. Da wurde mir bewusst, wie lang so ein Rüssel eines Schmetterlings doch ist. Damals vor über 4 Jahren war der erste, erkundungsfreudige Schmetterling ein Tagpfauenauge, der immer wieder zu mir zurück flog und ansetzte. Seither passierten diese Arten der Begegnungen, selten, aber hin und wieder.

Doch jene Begegnung war schier atemberaubend. Der Flug einer Libelle, das scheinbare Stehen in der Luft haben sicher schon viele von uns faszinierend verfolgt und wenn sie dann irgendwo z.B. auf einem Pflanzen stabilisierenden Bambusstock minutenlang verweilen, dann kann man sich ihnen nähern, sie wunderbar beobachten oder sogar ein tolles Photo aufnehmen.

Die Schwalbenschwanz-Raupen haben sich über den Dill hergemacht. Ich bedaure sehr, dass es nicht mehr Dill für sie gab. Wie man sieht, greifen sie hier nach dem letzten Strohhalm.

Dieser kleine Freund wurde liebevoll umgesiedelt, als er uns vor die Füße lief, während wir im Begriff waren, den alten Schuppen/Stall abzureißen, den man im Hintergrund sehen kann. Das war im zweiten Jahr. Vielleicht hat er sich verlaufen. So ein putziges Kerlchen. Er fand mit etwas Hilfe dann seinen Weg nach draußen.

Siehst Du, wie sie Dich anschaut?! Und wie sie sich ihre Pollenklößchen mit dem Nektar der Lupinen füllt. Bitte schreibt mir Eure Bienenmagneten bzw. wichtigsten/besten Bienenfutterpflanzen.

Ich bin so unfassbar dankbar, über jede Biene, die ich sehe. Trotz reichlichem Bewuchs eher wenige. Nicht so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Wo früher die Bienen fast Schlange standen äh flogen und es im Garten überall summte, bleiben viele Blüten heute leer. Bei uns gibt es wesentlich mehr Hummeln, wobei auch diese weniger werden. Wir haben nun entschieden, eigene Völker “zu kaufen” und anzusiedeln und werden hierfür noch eine Vielzahl an Pflanzen ordern.

Danke fürs Lesen!

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GEDICHTE-BLOG – GEGENWARTSLYRIK

GEDICHTE-BLOG – GEGENWARTSLYRIK

Die Autorin:

Sabine Landon schreibt Gebrauchslyrik, Liebeslyrik und philosophische Lyrik sowie Reime und Gedichte für Kinder. Ihre Liebe zur Natur spiegelt sich in ihren Gedichten ebenso wider, wie ihr kritischer und tiefsinniger Freigeist und ihr Glaube an das Gute. „Berührend, inspirierend, direkt, vielschichtig, wortgewandt, ehrlich, ausdrucksstark, nachdenklich stimmend, aufrichtig, außergewöhnlich“, meinen ihre Leser. Neben der Poesie veröffentlicht die Autorin Essays, romanhafte Erzählungen, Kinderbücher und Kurzgeschichten. Sabine Landon, Jahrgang 1982, wuchs in Berlin auf und entdeckte bereits in früher Kindheit ihre Liebe zum Schreiben. Nach zwei Ausbildungen und einem Teilstudium (Philosophie, Deutsche Literatur) in Berlin und der Provence veröffentlichte sie 2014 ihre ersten Lyrikbände und ein Kinderbuch. Zahlreiche Auslandsaufenthalte forcierten die persönliche Entwicklung der Autorin. Heute lebt die Mutter von vier Kindern mit ihrer Familie zurückgezogen in den österreichischen Bergen.

Gedichtebände der Autorin:

DIE MENSCHIN – Kontro Verse Lyrik, erstmals erschienen am 28. August 2018

Jene Gedichte könnten auch als Echolyrik bezeichnet werden, denn sie sind die verbalisierte und lyrifizierte Reflektion der Alltagsgesellschaft und des Menschen vom Heutzutage. Es sind lyrische Texte, welche die moralische Kompromisslosigkeit der Autorin bezeugen. Erst im Vers sind manche Dinge aussprechlich. Es ist Lyrik, die aus der sinnlichen Bejahung der Liebe ausbricht und die Gefühlslage weg vom metaphysischen Symbol hin zum Leser und seiner konkreten Lebensumwelt wendet, welche in subtilen und fassbaren Wortspielen die Massivität und Aktualität ihrer Aussage offenbaren. Sie fängt Bilder und Tatsachen ein, hält Gedanken fest und hallt als Gefühl und Erkenntnis irgendwo zwischen Kopf und Bauch, da es einen bewegt, weil es einen betrifft.

Nachdenklich stimmend, kontrovers, kritisch, aktuell, berührend.

 

HERZVERWANDT – Gedichte, erstmals erschienen am 20. Juni 2018

Die Mystik des Lebens lässt sich nur mit der Seele erkennen. Jene aber zu begreifen, ist wiederum so mystisch und unmöglich wie eine Klarsicht im dichten Nebel. Ein Lyrikband über alles, was das Herz bewegt – manchmal leicht und manchmal schwer; über das Dasein genauso wie über den Tod, über die Liebe – natürlich – sowie Einsamkeit, über den Menschen und sein Treiben. Gedichte, die das Leben erfassen und die Seele versuchen zu verstehen.

Ehrlich, einfühlsam und erweckend.

 

UNISONO – Deutsche Haiku und Tanka, erstmals erschienen am 1. Januar 2018

‘Unisono’ erzählt über Naturerlebnisse aus Eden. Ob das Geheimnis des Windes, der Besuch eines Falters oder der Tau am Morgen – einzigartig und wunderschön sind die Augenblicke des kostbaren Lebens unter freiem Himmel zu jeder Jahreszeit. Jene Gedichte sind nach dem Vorbild der berühmten japanischen Kunstformen Haiku und Tanka entstanden. Diese traditionellen Gedichtformen gelten als die kürzesten der Welt und verpflichten sich einer festgelegten Silbenanzahl.

 

KOSMOS POETICUS, Gedichtesammlung, erstmals erschienen am 14. Juni 2016

‘Kosmos poeticus’ ist eine Sammlung mit einer Auswahl an Gedichten aus den Werken ‘ultimo’, ‘da capo’ und ‘felsenfest’. Jene Gedichte spiegeln Gedanken und Gefühle wider, welche die Facettenhaftigkeit der Seele und die Mannigfaltigkeit des Lebens selbst offenbaren.

Berührend, tiefsinnig und verständlich.

 

MEMORANDUM – versische Bekenntnisse und aphoristische Manifeste, Gedichtesammlung, erstmals erschienen am 14. Juni 2016

‘Memorandum – versische Bekenntnisse und aphoristische Manifeste’ ist eine Gedichtesammlung mit einer thematischen Auswahl an lyrischen Texten aus den Werken ‘ultimo’, ‘da capo’ und ‘felsenfest’ sowie einer Vielzahl von Aphorismen. Jene Gedichte zeugen von einem kritischen Zeitgeist. Über Grundsätze, den Menschen in der Gesellschaft und seiner Kultur.

Philosophisch, nachdenklich stimmend, anspruchsvoll

 

FELSENFEST – Gedichte und Aphorismen, erstmals erschienen am 8. Mai 2016

Felsenfest in Wort, Tat und Gedanken zu sein, ist der Weg zur Einheit, Aufrichtigkeit und unbedingter Liebe zu seiner Umwelt sowie zu sich selbst. Der Ihnen vorliegende Lyrikband kommt diesem näher mit jedem Gedanken und jedem Gefühl, die auf eine Reise gingen ins Seeleninnere und wieder heraus.

Sie erleben philosophische Poesie zum Träumen und Denken, zum Sinnieren und Loslassen, über Liebe und Abschied, Grundsätze und Erlebtes, über das Menschsein und die Natur.

 

DA CAPO – lyrische Résistance und poetische Herzensbildung, Gedichte, erstmals erschienen am 21. März 2014

Philosophische und anspruchsvolle Gegenwartspoesie. Mitten aus dem Leben umfasst dieser Lyrikband Themen des alltäglichen Seins einer Großstadtgesellschaft sowie lebensbejahende Liebesgedichte voller Sinnlichkeit. Eine zeitgenössische Lyrik der Résistance und Herzensbildung, die von Einsamkeit, Suche, Wahrheit, Glück, Liebe, Gerechtigkeit, Beziehungen und Hingabe erzählt.

Gehaltvoll, ehrlich und aufbauend

 

ULTIMO, Gedichte, erstmals erschienen am 2. Januar 2014

 

Das Erstlingswerk der Autorin umfasst eine Sammlung an Gedichten seit 1999. Jene Lyrik ist berührend aber auch kritisch und setzt sich philosophisch mit Fragen des Lebens und des Alltags auseinander. Gedanken über den Menschen an sich, die Gesellschaft, Glaube und Liebe, Freude und Schmerz. Jene Gedichte sind Zeichen einer originellen und sinnlichen Gegenwartslyrik.

 

 

 

Darf ich vorstellen: Manni Kopfeck

Darf ich vorstellen: Manni Kopfeck

Das ist bzw. war unser aller erstes Schaftier. Ein etwas verwirrter, leicht durchgedrehter und so liebenswürdiger Kamerun-Schafbock. Ein auf dem Bilde noch sehr junger Schafbock von vielleicht 6 Monaten, den wir aus schlimmen Zuständen herauskauften und so befreiten. Eine kleine, dunkle Kammer von 5 qm bedeckt von einer dicken Schicht, einem Gemisch aus Ausscheidungen und Strohresten, teilte er sich mit noch weiteren vier Mitgliedern seiner Familie. Die anderen standen nicht zum Angebot/Verkauf.

Eine Futterraufe war nicht in Sicht. Einen Bunch Heu bekamen sie wohl zu ihren Ausscheidungen dazu. Der ganze Hof war ziemlich vermüllt und unsauber.

Wir haben in den letzten Jahren einige Tiere zu uns genommen, die zum Teil verschenkt wurden, weil sie die Vorbesitzer loswerden wollten. Viele sind, wie schon einmal an anderer Stelle erwähnt, von uns gegangen. Die Geschichte um unseren stets unsicheren, leicht paranoiden Wirrkopf Kopfeck jedoch war nebst den Gänseleichen nach einem Fuchsattentat die wohl schmerzlichste. Es fiel ihm schwer nach den wohl grausamen Erfahrungen aus seiner frühsten Kindheit, zur Ruhe zu kommen.

Damals hatten wir noch einen Stall, aber noch keinen Umgriff (Einzäunung) am Grundstück. Außerhalb hatten wir einen kleinen Bereich für ihn und die später hinzugekommene Susi Vierlinger abgegrenzt. Wann immer Tom in den Stall ging, um zu säubern, Futter zu bringen oder anderes, ward er auf der Hut. Mich schien, als würde er einerseits vor Tom kuschen andererseits aber ihn angreifen wollen, sobald er ihm den Rücken kehrte. Also ein nicht sehr entspanntes und Vertrauen empfindendes Verhalten seinerseits. Sein Gehörn war noch recht klein. Er wusste nicht, oder konnte es nicht glauben und auch nicht mehr lernen, dass von Tom keinerlei Bedrohung ausging. Wenn er draußen auf dem Wiesenstück war, dann sprang er wie ein dressiertes oder halluzinierendes Tier umher. Als würde ihn jemand verfolgen und angreifen. Jemand, der für uns nicht sichtbar war. Als im Mai 2016 unsere Schafdame Zwillingslämmer bekam, mussten wir Kopfeck für die ersten Tage außerhalb des Geheges halten, in dem Mutter ihre Lämmer versorgte. Denn er hat die Neugeborenen immer wieder angegriffen.

Zu deren Sicherheit quartierten wir ihn aus und zu seiner Sicherheit haben wir ihn mit einem langen Band an einer Kirsche am Gehegezaun angebunden und über Nacht ließen wir ihn mit den anderen Schafen draußen. Nach der zweiten Nacht fanden wir ihn tot auf. Es war so traurig. Mittlerweile hatte er ordentlich an Gewicht zugelegt (schätzungsweise 50 kg) und ein stattliches, seiner Rasse typisches, gewundenes Gehörn bekommen. Als wir seine Hinterläufe hinter einem Felsen in der Wiese liegen sahen, waren wir schockiert. Denn das war nicht der Ort, an welchem wir ihn zurück ließen. Mir schossen Gedanken, wie Kampf, Wildschweine, Wölfe durch den Kopf. In welchem Zustand würden wir ihn vorfinden? Blutüberströmt? Nicht mehr vollständig? Was würde noch von ihm übrig sein? Als wir bei ihm ankamen, war auf dem ersten Blick nichts dergleichen zu sehen. Kein Blut. Keine Wunde. Nichts. Doch eines fiel sofort auf. Er war an einer anderen Stelle angebunden. Und nun erinnerte ich mich, dass ich in der Nacht im Halbschlaf die Schreie Kopfecks vernahm. Tom untersuchte ihn und entdeckte eine kleine, kreisrunde Kopfverletzung. Der Eintritt eines Bullets oder Aufprall einer Spitzhacke. Das Hirn kam durch Nase und Mund heraus.

Damals war das Areal auch noch nicht videoüberwacht. Alles, was uns blieb, war, Kopfeck zu beizusetzen.

Wir leben in einem Gebiet, in welchem auch Jäger aktiv sind und auch für die feierlustige, betrunkene Dorfjugend sind 15 km auf einem Quad nur ein Katzensprung.

Was auch immer in jener Nacht dazu führte, dass Kopfeck von uns gehen musste, wir ließen uns mit der Neuanschaffung von Kamerunschafen Zeit.

Ruhe in Frieden.

 

 

 

 

 

 

 

P.S.

Wem der Name Manni Kopfeck bekannt vorkommt. Ja, wir haben ihn nach der Rolle des Carl Obermayr in der einzigartigen, von Patrick Süßkind und Helmut Dietl geschriebenen Serie Monaco Franz – Der ewige Stenz (Helmut Fischer), benannt. Eigentlich eine filmische Reihe vor meiner Zeit, aber eine grandiose Verfilmung mit vorzüglicher schauspielerischer Leistung bleibt sie dennoch. Sehr zu empfehlen.

 

Ein Beitrag aus dem “Eden-Projekt”

Das EDEN-Projekt _ Es regnet Marienkäfer

Es regnet Marienkäfer

Es ist wohl nichts Ungewöhnliches dabei, wenn dieser Tage gelegentlich Flugzeuge am Himmel kreisen. Oftmals weit oben, ganz klein zu erkennende weiße, stille Flieger, doch auch hin und wieder Propellerflugzeuge, Segelflieger, Helikopter und militärisches Geleit.

Am 12. Oktober 2019 nahmen wir erstmals ein Phänomen war, welches das Eden-Projekt bis dato nicht erlebte, zumindest nicht bewusst. Es sei kurz zu erwähnen, dass jedes Jahr eine oder auch zwei Arten aus der Reihe schlagen. Was heißt, dass sie im Verhältnis zu den Vorjahren und zu anderen am Areal lebenden Arten in merklicher Überzahl erscheinen. Heuer waren das zum Beispiel die Heupferde und Heimchen.

Die Sonne schien hoch und warm am Himmel, hin und wieder bildete eine Wolke einen kurzlebigen Schatten. Ein leichter Wind, ein milder Herbsttag, kalendarisch eher in den frühen September passte als in den Oktober, der bei uns „normalerweise“ schon von den ersten Frösten dominiert wird. Alles in allem ein wundervoller Tag. Ziemlich genau gegen Mittag des genannten Tages überflog also wiedereinmal, ohne ihm eine besondere Beachtung zu schenken, ein Flugzeug des Types Hercules den Wald, in welchem sich das Eden-Projekt befindet. Wenig später, vielleicht 15 Minuten, rieselten hunderte, wenn sich tausende kleine Insekten vom Himmel. Jemand stürmte zum Haus und schrie aufgeregt: „Komm Mama, es regnet Marienkäfer.“ Was? Aber tausende Marienkäfer, schwarze, rote, gelbe, mit und ohne Punkte, kleinere und größere, schwirrten unkontrollierbar in der Luft herum, landeten und starteten, setzten sich an Haupt und Kleidung, krabbelten orientierungssuchend an Holzbalken und Wänden hin und her, auf und ab. Ein unglaubliches Treiben, welches einige Stunden hielt.

Sind plötzlich, kurz vor dem Winter, tausende Marienkäfer erwacht? Wo wir doch in den letzten Jahren eher vereinzelt jene Käfer sahen und uns über jedes Geschöpf dieser Art dankbar freuten. Oder fielen sie tatsächlich alle vom Himmel? Ich glaube nicht an Zufälle.

Aus der Bibel kennen wir die Geschichte der sieben Plagen. Nein, ich sehe jenes Ereignis nicht als solche. Dennoch kommt mir das „vom Himmel fallen“ bekannt vor.

Am darauffolgenden Tag waren die Lüfte von ihnen geklärt, ein paar Dutzend vielleicht verteilt auf das gesamte Areal waren noch anzutreffen, wärmten sich in der Sonne an einer Seitenwand des kleinen Holzhauses und krabbelten in Ritzen der Paneele. Für diese Jahreszeit doch recht untypisch. Einen kleinen Freund fand ich regungslos und hohl am schmalen Gehsteig des Hauses. Er konnte dem Stress dieser Erfahrung wohl nicht trotzen und fand im Eden sein letzte Ruhe.